Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt Baden-Württemberg am 28. Oktober überwiegend von schwerer bis extremer Dürre betroffen. Etwa 85 Prozent der Landesfläche weisen Rot- oder Dunkelrottöne auf — schwere beziehungsweise extreme Dürre im Boden bis 1,80 Meter Tiefe. Nur kleinere Bereiche im Westen und Südwesten sind orange gefärbt (moderate Dürre). Hellgelbe oder grüne Flächen, die auf normale oder feuchte Bedingungen hindeuten, sind auf der Karte nicht zu erkennen.

Mittlere Lagen und südliche Regionen am stärksten betroffen
Die dunkelroten Zonen konzentrieren sich auf die Mitte des Landes — das Umland von Stuttgart und die mittleren Höhenlagen. Hier herrscht extreme Dürre vor. Der Nordwesten zeigt durchgehend Rot (schwere Dürre), während der äußerste Westen und Südwesten etwas milder mit Orange ausfallen. Die Schwarzwaldregionen folgen der gleichen Verteilung wie das Umland: im Norden und in der Mitte schwere bis extreme Trockenheit, nach Westen hin etwas weniger ausgeprägt.
Regenmangel der vergangenen sieben Tage verstärkt die Lage
In den vergangenen sieben Tagen fielen durchschnittlich 11,9 Millimeter Niederschlag — deutlich unter dem Normalwert für Oktober. Der Boden bis in 1,80 Meter Tiefe reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge; die anhaltende Trockenphase hat sich jedoch in dieser Tiefe vollständig festgesetzt. Die Durchschnittstemperatur der vergangenen sieben Tage betrug 9,8 Grad Celsius bei Höchstwerten von 19,6 Grad — für diese Jahreszeit typisch, aber unter trockenen Bedingungen beschleunigt jede wärmere Phase die Wasserverdunstung aus dem Boden zusätzlich.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
Die extreme bis schwere Dürre gefährdet noch laufende Herbstarbeiten und die Keimung von Wintergetreide. Junge Aussaaten benötigen Feuchtigkeit in den obersten Bodenschichten, die derzeit kaum vorhanden ist. Für die Grundwasserneubildung — üblicherweise ab Oktober intensiver — fehlt bislang die Wasserzufuhr. Wald und Vegetation erhalten keine ausreichende Feuchte aus dem Boden.
Aussichten für Niederschlag – kein Regen in den nächsten drei Tagen
Die Vorhersage für die kommenden drei Tage zeigt keinen Niederschlag. Bei erwarteten Höchstwerten von 11,3 Grad und Tiefsttemperaturen von 0,9 Grad bleibt die Wasseraufnahme durch den Boden aus. Eine Entspannung der Trockenheit ist damit nicht zu erwarten.
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