Bodenfeuchte Baden-Württemberg: Schwere Dürre dominiert großflächig

[Trockenheit]

Die aktuelle Karte des UFZ-Düremonitors zeigt für Baden-Württemberg eine großflächig angespannte Bodenfeuchtesituation. Etwa 70-75 Prozent des Landes sind von schwerer Dürre (rote Klasse, statistisches Wiederkehrintervall 20 Jahre) oder extremer Dürre (dunkelrot, 30 Jahre) betroffen. Nur schmale Streifen entlang des Rheins und des Schwarzwaldwesthangs deuten in hellgelbe bis orange Bereiche aus. Die Karte zeigt ein 14-Tage-Mittel des Gesamtbodens bis 1,80 Meter Tiefe und wird wöchentlich vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung aktualisiert.

Aktuelle Dürrekarte Baden-Württemberg (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Baden-Württemberg (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Südosten und Mitte mit extremen Bodentrockenheitsindizes

Der Süden und die Landesmitte, insbesondere die Beckenlandschaften zwischen Stuttgart und Tübingen sowie Teile der Oberschwäbischen Hochebene, zeigen überwiegend dunkelrote Färbung – diese Regionen befinden sich in extremer Dürre. Der Südosten (Oberschwaben, Bodenseeregion) weist ebenfalls großflächig rote bis dunkelrote Indizes auf. Der Norden um Heilbronn und die östliche Schwäbische Alb sind rot gefärbt (schwere Dürre). Deutlichere Entlastung zeigt sich nur am Oberrhein und dem mittleren Schwarzwaldwesthang mit orange bis hellgelben Bereichen – dort liegen noch moderate Trockenheitssignale vor.

Null Millimeter Regen bei 30 Grad – Entspannung ausgeschlossen

Die aktuelle Wetterlage verschärft die ohnehin angespannte Situation erheblich. In den vergangenen sieben Tagen fiel durchschnittlich kein Regen, die Temperaturen lagen bei knapp 20 Grad Celsius im Durchschnitt, mit Spitzenwerten von fast 30 Grad. Für die nächsten drei Tage prognostiziert der Wetterdienst lediglich 0,4 Millimeter Niederschlag bei Höchsttemperaturen von knapp 34 Grad Celsius. Der Oberboden wird durch diese Hitze zusätzlich aufgetrocknet. Da der UFZ-Monitor den Gesamtboden abbildet, reagiert dieser träge auf kurzfristige Niederschläge – doch die fehlenden Regenmengen der Vorwochen haben sich längst in tiefere Schichten fortgesetzt.

Deutliche Beeinträchtigung für Landwirtschaft und Grundwasser

Die schwere bis extreme Dürre in dieser Flächenausdehnung beeinträchtigt Sommergetreide, Zuckerrüben und Silomaisbestände in entscheidenden Entwicklungsphasen. Bewässerungsbetriebe dürften bereits erhebliche Kapazitäten abrufen. Der Grundwasserneubildungsprozess stagniert – Sommermonats-Niederschläge reichen nicht aus, um Defizite aus Frühjahr und Frühsommer auszugleichen. Waldgebiete zeigen erhöhte Waldbrandgefahr, besonders in trockenen Beckenlandschaften.

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