Bodenfeuchte Baden-Württemberg: Schwere Trockenheit im Großteil der Region

Der aktuelle UFZ-Duerremonitor zeigt fuer Baden-Württemberg eine dominante schwere Trockenheit. Die Karte vom 26. Juli 2026 dokumentiert, dass etwa 70–75 % der Landesflaeche in der roten Klasse „schwere Duerre“ liegen, waehrend groessere zusammenhaengende Gebiete im Osten und Suedosten bereits dunkelrot („extreme Duerre“) gefaerbt sind. Nur schmale Streifen entlang des Rheins und in Teilen des Schwarzwalds zeigen hellgelbe oder orange Toene — diese Regionen sind moderat oder ungewoehnlich trocken. Feuchte Bodenverhaeltnisse (blau/gruen) sind auf der Karte kaum sichtbar.

Aktuelle Dürrekarte Baden-Württemberg (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Baden-Württemberg (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Osten und Südosten bereits in extremer Trockenheit

Die dunkelroten Flaechen konzentrieren sich auf das Kraichgau, die Hohenloher Ebene, Teile Frankenlands und den suedoestlichen Landesteil. Diese Gebiete befinden sich bereits in der Klasse „extreme Duerre“ — ein statistisch seltenes Ereignis, das durchschnittlich alle 30 Jahre auftritt. Der Westen und Suedwesten (Oberrheingebiet, Pfalz-Anteile) zeigen ueberwiegend rot bis dunkelrot. Der Nordwesten mit Teilen des Rheintals und kleinflächige Bereiche des Schwarzwalds bilden die einzigen Zonen mit hellgelb oder orange, sind aber ebenfalls bereits mittelmässig bis deutlich trocken. Der Norden (Odenwald-Region) liegt durchgehend in rot bis dunkelrot.

Nur 3,6 mm Regen — 35-Grad-Hitze erwartet

Die Trockenheit wird durch die aktuelle Wetterlage verschaerft. In den letzten sieben Tagen fielen im Landesschnitt lediglich 3,6 mm Niederschlag bei einer Durchschnittstemperatur von 20,4 °C. Die naechsten drei Tage bringen keine Entlastung: Es ist kein Niederschlag gemeldet, die Hoechsttemperatur wird auf 35,2 °C ansteigen. Der UFZ-Duerremonitor bildet ein 14-Tage-gleitendes Mittel des Gesamtbodens bis 1,80 m Tiefe ab und reagiert daher traege auf kurzfristige Ereignisse. Dennoch zeigt sich, dass die anhaltend niedrigen Niederschlaege der Vorwochen in diese Werte voll eingegangen sind — die Situation wird durch die kommende Hitzeperiode eher verstaerkt als gemindert.

Auswirkungen auf Landwirtschaft und Grundwasser

Bei einer flächendeckenden schweren Trockenheit mit extremen Zonen sind Beeinträchtigungen in der Landwirtschaft zu erwarten. Sommergetreide und Maisflaechen leiden unter Wasserdefizit, Bewaesserung wird in betroffenen Gebieten zum Engpass. Auch die Grundwasserneubildung bleibt deutlich unter dem Sollwert — eine Folge der anhaltenden Niederschlagsarmut seit Wochen. Forstflaechen, besonders auf trockenen Standorten wie dem Kraichgau oder der Hohenloher Ebene, zeigen erhöhte Waldbrandgefahr. Eine Entspannung ist nicht in Sicht; die anfuehrende Duerre-Klasse (dunkelrot) wird sich bei ausbleibenden Niederschlaegen eher verfestigen als abbau­en. Der woechentlich aktualisierte UFZ-Duerremonitor sollte in den kommenden Tagen genau beobachtet werden.

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