Bodenfeuchte Bayern: 25,6 Millimeter Regen in 7 Tagen — Norden erholt sich, Süden bleibt trocken

Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt ein gespaltenes Bayern. Während der Norden und die Mitte des Freistaates überwiegend normale Bodenfeuchtigkeit aufweisen, dominieren im Süden und Südosten Rot- und Orangetöne. Etwa 40 Prozent der bayerischen Landesfläche ist von schwerer Dürre betroffen, etwa 20 Prozent von moderater Dürre. Der Norden und Teile der Mitte profitieren von ausreichenden Wasservorraten im Boden bis 1,80 Meter Tiefe.

Aktuelle Dürrekarte Bayern (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Bayern (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Süden unter Dürrespannung, Norden stabil

Die schärfste Ausprägung zeigt sich in Oberbayern und der Region zwischen Ingolstadt und Landshut, wo die Karte durchgehend dunkelrot gefärbt ist — ein Zeichen extremer Dürre. Diese Gebiete weisen Bodenfeuchtewerte auf, wie sie statistisch alle 30 Jahre vorkommen. Der Süden Bayerns trocknet bis in die tieferen Bodenschichten aus. In Schwaben und im Allgäu wechseln sich moderate und schwere Dürrebereiche ab. Deutlich günstiger ist die Lage in Unterfranken, Mittelfranken und dem nördlichen Oberfranken — hier zeigt die Karte überwiegend gelbe und grüne Töne, die auf normale bis leicht erhöhte Trockenheit hinweisen.

Wetterdaten zeigen Verzögerung bei Tiefenwasser

In den vergangenen sieben Tagen fielen durchschnittlich 25,6 Millimeter Regen über Bayern. Diese Niederschlagsmenge hat den Oberboden erreicht und lokal belebt, ändert aber nichts an der trägen Reaktion der tieferen Bodenschichten. Der Boden reagiert auf Wasserzufuhr bis 1,80 Meter Tiefe nur allmählich — die Dürre in der Tiefe wird sich erst in den kommenden Wochen schrittweise abschwächen. Die durchschnittliche Temperatur der vergangenen sieben Tage lag bei 7,1 Grad Celsius; die Höchsttemperatur betrug 13,3 Grad. Diese moderaten Temperaturen verlangsamen die Verdunstung, geben dem Wasser also Zeit einzudringen.

Folgen für Landwirtschaft und Wasserwirtschaft

Die extreme Dürre im Süden bedeutet erhebliche Herausforderungen für die Landwirtschaft. Herbstaussaaten und Wintergetreide benötigen ausreichende Bodenfeuchte in der Tiefe, um zu keimen und Wurzeln auszubilden. Die anhaltende Trockenheit in Oberbayern gefährdet die Etablierung von Feldfrüchten. Auch die Grundwasserneubildung bleibt in diesen Regionen begrenzt. Im Gegensatz dazu ist die Wassersituation in Nord- und Mittelbayern eher entspannt — hier können Herbstarbeiten unter besseren Bedingungen fortgesetzt werden.

Aussichten für Niederschlag – nur 1,3 Millimeter erwartet

In den kommenden drei Tagen werden in Bayern durchschnittlich nur 1,3 Millimeter Niederschlag erwartet. Diese Menge reicht nicht aus, um tiefere Bodenschichten nennenswert zu befeuchten. Die Höchsttemperaturen liegen bei etwa 13,6 Grad, die Tiefsttemperaturen bei 3,8 Grad. Schneefall ist nicht vorgesehen. Ohne substanzielle Regenfälle wird die Trockenheit im Süden erhalten bleiben — eine echte Entspannung ist nicht in Sicht.

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