Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt Bayern am 30. Oktober 2026 überwiegend trocken. Etwa 80 Prozent der Landesfläche weist schwere oder extreme Dürre auf. Der Norden und Nordwesten sind deutlich weniger betroffen, hier dominiert moderate Dürre mit einzelnen Bereichen leichterer Trockenheit.

Süden und Mitte am stärksten betroffen
Der Süden Bayerns liegt unter extremer Dürre. Die Region von der Allgäu bis ins Berchtesgadener Land zeigt durchgehend die dunkelroteste Färbung. Besonders ausgeprägt ist die extreme Trockenheit im Süd-Osten und entlang des Alpenvorlandes. Die Mitte des Landes — von Oberbayern bis nach Oberpfalz — ist ebenfalls von schwerer bis extremer Dürre betroffen. Der Westen, etwa Schwaben und Teile Unterfrankens, zeigt überwiegend schwere Dürre, mit Übergängen zu moderater Trockenheit im äußersten Nordwesten.
Tiefenwirkung der anhaltenden Trockenheit
Die Dürrekarte erfasst den Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Metern. In dieser Tiefe reagiert das Erdreich träge auf kurzfristige Niederschläge — es speichert Wasser langfristig. Die vergangenen sieben Tage brachten durchschnittlich 18,5 Millimeter Regen. Das ist moderat, reicht aber nicht aus, um die tiefen Bodenschichten aufzufüllen, die über Wochen oder Monate ohne ausreichende Wasserzufuhr sind. Die Durchschnittstemperatur der vergangenen sieben Tage lag bei 6,7 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 14 Grad Celsius. Diese gemäßigten Oktoberwerte verlangsamen die Verdunstung, ändern aber nichts an der Grundtrockenheit, die der Karte zugrunde liegt.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
Für die Landwirtschaft bedeutet die extreme Dürre im Süden Schwierigkeiten bei der Herbstaussaat. Wintergetreide und andere Kulturen benötigen ausreichend Bodenfeuchtigkeit zum Keimen und Anwachsen. Im Süden ist dies vielerorts nicht gegeben. Auch das Grundwasser wird durch die anhaltende Trockenheit belastet. Während das Oberflächenwasser kurzfristig durch Regen aufgefüllt wird, dauert es Wochen bis Monate, bis Niederschlag bis zu den tieferen Grundwasserschichten durchdringt. Die extreme Dürre in dieser Tiefe deutet darauf hin, dass die Defizite aus früheren trockenen Phasen noch nicht ausgeglichen sind.
Aussichten für Niederschlag – kein Regen in den nächsten drei Tagen
Die Vorhersage zeigt keinen Niederschlag für die kommenden drei Tage. Die erwartete Höchsttemperatur liegt bei 9,7 Grad Celsius, die Tiefsttemperatur bei 0,3 Grad Celsius. Ohne Zufuhr neuer Bodenfeuchtigkeit wird sich die Trockenheit in der Tiefe vorerst nicht entspannen. Eine Verbesserung des Wasserhaushalts im Boden ist in absehbarer Zeit nicht in Sicht.
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