Bodenfeuchte-Bericht Nordrhein-Westfalen: Süden trocken, Norden feucht

Die aktuelle Karte des UFZ-Dürrenmonitors (Stand 18. Juli 2026) zeigt für Nordrhein-Westfalen ein differenziertes Bild: Während der Norden und Westen des Bundeslandes normale bis feuchte Bodenverhältnisse aufweisen, dominiert in der Südhälfte eine moderat erhöhte Trockenheit. Die Karte stellt ein 14-tägiges gleitendes Mittel des Bodenfeuchteindex für die gesamte Bodenschicht bis 1,80 Meter Tiefe dar und wird wöchentlich aktualisiert.

Aktuelle Dürrekarte Nordrhein-Westfalen (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Nordrhein-Westfalen (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Regionale Unterschiede: Der Nordwesten und Westen NRWs (Rheinland, Münsterland, Teile der Niederrheinischen Bucht) zeigen grüne und gelbe Töne, die auf normal bis ungewöhnlich trocken hindeuten. Die nördliche Landesgrenze und östliche Bereiche sind teilweise noch grün gefärbt. Der Süden und die Mitte des Landes hingegen sind überwiegend orange gefärbt (moderate Duerre nach UFZ-Definition). Besonders die Region um das Siegerland und südwestliche Bereiche zeigen rote Flecken (schwere Duerre), was statistische Häufigkeiten im 20-Jahres-Rhythmus andeutet. Kleinflächige dunkelrote Punkte deuten auf extreme Trockenheit hin.

Wetterlage und Bodenfeuchte-Dynamik: Die vergangenen sieben Tage brachten keinen Niederschlag (0 mm Durchschnitt) bei Temperaturen um 21°C und Spitzenwerten von 30,7°C. Die nächsten drei Tage zeigen keine Niederschlagserwartung bei ähnlich warmer Witterung. Da der UFZ-Monitor den Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe abbildet, reagiert dieser Index träge auf kurzfristige Wetterereignisse. Die andauernde Trockenphase ohne Niederschlag wirkt sich jedoch kumulativ aus und verschärft die bereits angespannte Lage in den südlichen Regionen.

Bedeutung für Land- und Forstwirtschaft: Die moderate Trockenheit im Süden erfordert weiterhin Beobachtung, insbesondere für Sommergetreide und Grünflächenbestände. In den rot markierten Bereichen können Bewässerungsmaßnahmen notwendig werden. Der feuchte Norden zeigt hingegen keine Einschränkungen. Waldbestände in den trockeneren Regionen sollten weiterhin überwacht werden, zumal die persistierende Wärmephase die Verdunstung erhöht.

Der UFZ-Dürrenmonitor wird vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung bereitgestellt und basiert auf der Auswertung von Bodenspeichermodellen.


» Zum Wetterbericht für Nordrhein-Westfalen