Bodenfeuchte Hessen: 48,6 Millimeter Regen in 7 Tagen — Trockenheit lässt nach

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Hessen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung dokumentiert überwiegend rote Flächen, die schwere Dürre anzeigen. Doch anders als in den vergangenen Wochen finden sich jetzt auch deutliche orange und hellgelbe Bereiche, besonders im Norden und Westen des Landes — ein Zeichen, dass die anhaltenden Niederschläge der vergangenen Tage den Boden erreicht haben.

Aktuelle Dürrekarte Hessen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Hessen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Nord- und Westteile zeigen erste Entlastung

Im Norden Hessens, etwa um Kassel und Bad Hersfeld, dominieren orange Flächen mit moderater Dürre. Der Westen, besonders das Rhein-Main-Gebiet und Teile des Taunus, zeigt ebenfalls Orange und vereinzelte hellgelbe Flecken mit ungewöhnlicher Trockenheit. Der Süden und die Mitte des Landes, von Darmstadt bis zur Rhön, bleiben überwiegend rot gefärbt und weisen damit auf schwere Dürre hin. Vereinzelte dunkelrote Pixel im südlichen Rheinhessen deuten auf örtlich extremere Bedingungen hin, bleiben aber Ausnahmen.

Regen bessert die Lage, bleibt aber begrenzt

In den vergangenen sieben Tagen fielen im Durchschnitt 48,6 Millimeter Regen — eine beachtliche Menge für diesen Zeitraum. Die Durchschnittstemperatur lag bei 16,1 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge, doch die Wasserzufuhr der vergangenen Tage erreicht mittlerweile auch tiefere Schichten. Dies erklärt den Wechsel von reinen Rot-Flächen zu Orange-Bereichen im Norden und Westen. Gleichzeitig zeigt der Befund, dass die Tiefenwirkung des Wassers Zeit benötigt — der Süden und die Mitte werden erst mit verzögertem Abstand profitieren.

Folgen für Landwirtschaft und Wasserhaushalt

Die schwere Dürre in weiten Teilen Hessens bleibt eine Belastung für Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen. Die Niederschläge der vergangenen Tage eröffnen kurzfristig Entlastung für den Oberboden, können aber bereits entstandene Ertragsverluste in vielen Bereichen nicht ausgleichen. Die Grundwasserneubildung wird durch die Wasserzufuhr der letzten Tage gestützt — eine Verbesserung der Reserven ist insofern realistischer als noch vor einer Woche. Forstbestände in den noch rot gefärbten Südregionen zeigen anhaltende Trockenstresssymptome.

Aussichten für Niederschlag — wenig Nachschub

In den kommenden drei Tagen sind nur 0,9 Millimeter Niederschlag zu erwarten. Die Höchsttemperatur wird bei etwa 23,1 Grad Celsius liegen. Diese geringe Regenmenge wird den Boden nicht weiter aufbauen — die Verdunstung bei diesen Temperaturen überwiegt den Neuzufluss deutlich. Sollten die kommenden Wochen keine erneuten stärkeren Niederschläge bringen, wird sich die Trockenheit in den Süd- und Mittelbereichen wieder verfestigen.

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