Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Hessen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass etwa 65 Prozent der Landesfläche von moderater bis schwerer Dürre betroffen sind. Der Norden und Nordwesten mit hellgelben und einzelnen orangefarbenen Bereichen weisen ungewöhnlich bis moderat trockene Verhältnisse auf. Im Süden und in der Mitte dominieren orange- bis rotgefärbte Gebiete mit schwerer Dürre.

Süden und Mitte deutlich trockener
Die schwere Dürre konzentriert sich auf den südlichen und mittleren Landesteil — besonders im Bereich zwischen Darmstadt und dem Odenwald sind rote Flächen dominant. Vereinzelte dunkelrote Pixel deuten auf extreme Dürre in kleinen Bereichen hin. Im Norden, insbesondere in Nordhessen, wechseln sich hellgelbe und orangefarbene Zonen ab. Der Westen entlang des Rheintals zeigt etwas bessere Bedingungen mit vorwiegend orange gefärbten Flächen.
Moderater Niederschlag, aber weiterhin Defizit
In der vergangenen Woche fielen durchschnittlich 19,2 Millimeter Niederschlag — ein Wert deutlich über dem Durchschnitt trockener Phasen, aber unter dem saisonalen Normalwert für September. Die Durchschnittstemperatur lag bei 16,2 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 26,5 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge: In der Tiefe von 1,80 Meter hat sich die Feuchte durch die einzelnen Regenfälle der Vorwoche nur teilweise erholt. Die trockeneren Südregionen bleiben weiterhin in einem Wasserstressbereich.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
Für die späte Vegetationsphase von Mais und anderen Sommerfrüchten stellt die Bodentrockenheit in Südhessen ein erkennbares Risiko dar. Kulturen mit noch aktiver Wurzelentwicklung sind auf verfügbare Feuchte angewiesen; künstliche Bewässerung kann regionale Defizite nur teilweise ausgleichen. Der Grundwasserneubildung schadet die weiterhin unzureichende Wasserzufuhr — eine natürliche Auffüllung der Speicher findet derzeit in den betroffenen Regionen nicht statt. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen des Südwestens zeigen Stresssymptome.
Aussichten für Niederschlag – 2,5 Millimeter erwartet, unzureichend
Für die kommenden drei Tage werden durchschnittlich 2,5 Millimeter Niederschlag erwartet — eine Menge, die für eine nennenswerte Feuchteauffrischung in der Tiefe nicht ausreicht. Die erwartete Höchsttemperatur liegt bei 24 Grad Celsius. Unter diesen Bedingungen wird sich die Bodenfeuchte in den bereits betroffenen südlichen Regionen weiter verringern.
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