Bodenfeuchte Hessen: 17,8 Millimeter Regen in 7 Tagen — schwere Trockenheit im Süden

Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt für Hessen ein uneinheitliches Bild. Während der Norden und die Bergregionen überwiegend grüne und blaue Bereiche aufweisen, dominieren in der Südhälfte orange und rote Färbungen. Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe ist insbesondere südlich einer Linie von etwa Limburg bis Hanau deutlich trocken.

Aktuelle Dürrekarte Hessen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Hessen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Süden und Mitte deutlich trocken

Im Südhessischen Bergland, in Teilen des Odenwalds und der Wetterau zeigt sich schwere Dürre, örtlich auch extreme Dürre. Die Regionen um Darmstadt, Odenwaldkreis und südliches Hessen sind besonders betroffen. Im Norden, besonders im Bereich des Taunus und der nördlichen Landesteile, zeigt der Boden dagegen normale bis leicht erhöhte Feuchte. Die mittelhessischen Regionen zwischen Wetzlar und Marburg weisen gemischte Bedingungen auf — hier wechseln sich orange und gelb gefärbte Bereiche ab.

Geringe Niederschläge bei trägem Bodenausgleich

In der vergangenen Woche fielen durchschnittlich 17,8 Millimeter Regen — das ist unterhalb des langjährigen Herbst-Normalwerts. Die Temperaturen lagen bei durchschnittlich 9,5 Grad mit Höchstwerten von 14,6 Grad. Diese moderate Witterung hätte Niederschläge partiell oberflächlich aufnehmen können, aber der Boden in der Tiefe reagiert träge auf kurzfristige Regenmengen. Damit bleibt die Defizitlage in den tieferen Bodenschichten bestehen, besonders im Süden.

Folgen für Grundwasser und Vegetation

Die anhaltend trockenen Bedingungen im Süden Hessens beeinträchtigen die Grundwasserneubildung. Besonders in den betroffenen Regionen zwischen Odenwald und Wetterau nehmen Reserven nicht ausreichend zu. Die spätherbstliche Vegetation verbraucht noch immer Bodenwasser, weshalb eine Entlastung erst bei ausreichend andauernder Regenphase eintritt. Forst- und Landwirtschaft müssen in diesen Regionen mit suboptimalen Feuchtevorräten rechnen.

Aussichten für Niederschlag – kein Regen in den nächsten drei Tagen

Die nächsten drei Tage bringen keinen Niederschlag. Hochdruckeinfluss hält an, bei Höchsttemperaturen von etwa 15 Grad und Tiefsttemperaturen um 5,5 Grad. Die Bodenfeuchte wird sich damit nicht kurzfristig regenerieren. Eine Regenphase zeichnet sich in der unmittelbaren Vorhersage nicht ab — die südlichen Bereiche Hessens bleiben vorerst auf ihre bestehenden Reserven angewiesen.

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