Bodenfeuchte Niedersachsen: 0,2 Millimeter in 7 Tagen — Trockenheit verfestigt sich

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter ist in weiten Teilen Niedersachsens zu trocken. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass etwa 65 Prozent der Landesfläche von moderater bis extremer Dürre betroffen sind. Der Norden und Westen mit gelben und teilweise orangefarbenen Bereichen zeigen ungewöhnlich bis moderat trockene Verhältnisse. Die südlichen und zentralen Gebiete sind deutlich stärker ausgetrocknet.

Aktuelle Dürrekarte Niedersachsen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Niedersachsen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Süden und Mitte mit schwerer bis extremer Dürre

Dunkelrot, das Zeichen extremer Dürre, dominiert in großen Teilen der südlichen Mitte Niedersachsens, besonders im Raum Hannover und südlich davon. Rote Flächen mit schwerer Dürre erstrecken sich über die südlichen Landesteile bis zur Grenze zu Hessen und Thüringen. Im Norden, insbesondere in Ostfriesland und Teilen Schleswig-Holsteins angrenzend, zeigen sich hellgelbe bis gelbe Gebiete mit ungewöhnlicher bis moderater Trockenheit. Das Weser-Bergland im Westen weist orange bis rote Färbung auf.

Kaum Niederschlag, anhaltende Hitze

In der vergangenen Woche fiel mit 0,2 Millimetern praktisch kein Regen. Die Durchschnittstemperatur lag bei 19,2 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 34,1 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge — die fehlende Wasserzufuhr bei gleichzeitig hoher Verdunstung wird die Trockenheit in den bereits betroffenen Regionen weiter vertiefen.

Folgen für Landwirtschaft und Wasserhaushalt

Für die Landwirtschaft stellt die extreme und schwere Dürre eine erhebliche Belastung dar. Kulturen in der späten Wachstumsphase sind auf Bodenwasser angewiesen; künstliche Bewässerung kann den Mangel nur regional ausgleichen und belastet die Wasserversorgung zusätzlich. Der Grundwasserneubildung schaden die fehlenden Niederschläge erheblich — unter diesen Bedingungen findet praktisch keine natürliche Auffüllung von Speichern statt. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen zeigen Stresssymptome, die Waldbrandgefahr bleibt erhöht.

Aussichten für Niederschlag – 13,3 Millimeter erwartet

In den kommenden drei Tagen werden 13,3 Millimeter Niederschlag erwartet. Das ist eine Verbesserung gegenüber der vergangenen Woche. Der Regen wird den Oberboden kurzfristig entlasten, doch in der Tiefe wird sich die Bodenfeuchte nur allmählich erholen, da der Boden träge reagiert. Die Höchsttemperaturen sinken auf 19,5 Grad Celsius ab.

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