Bodenfeuchte Niedersachsen: 23,8 Millimeter Regen in 7 Tagen — Süden und Mitte unter Druck

Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe zeigt in Niedersachsen ein uneinheitliches Bild. Während der Norden und Nordwesten überwiegend hellgelb und teilweise orange gefärbt sind, dominieren in der Mitte und im Südosten rote bis dunkelrote Bereiche. Etwa 55 Prozent der Landesfläche sind von schwerer bis extremer Dürre betroffen, etwa 35 Prozent von moderater Dürre. Nur der äußerste Norden und Nordwesten zeigen mit hellgelben Flecken ungewöhnlich trockene Verhältnisse.

Aktuelle Dürrekarte Niedersachsen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Niedersachsen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Südosten und Mitte am stärksten betroffen

Die dunkelroten Bereiche konzentrieren sich auf die Mitte und den Südosten Niedersachsens — insbesondere in den Landkreisen zwischen Hannover und Braunschweig, sowie südlich davon in Richtung Harz. Hier herrscht extreme Dürre vor. Die roten Flächen erstrecken sich weiter nach Westen und Osten und deuten auf schwere Dürre hin. Demgegenüber zeigt der äußerste Nordwesten — etwa der Landkreis Friesland — hellgelbe bis orange Färbungen, was auf ungewöhnliche bis moderate Trockenheit hindeutet. Der nördliche Küstenstreifen weist die beste Wasserversorgung des Landes auf.

23,8 Millimeter Regen — Entspannung nur oberflächlich

In der vergangenen Woche fiel durchschnittlich 23,8 Millimeter Niederschlag. Die Durchschnittstemperatur lag bei 18,3 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 28,1 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge — die obersten Schichten können sich kurzfristig erholen, die tieferen Bodenschichten bis 1,80 Meter jedoch benötigen anhaltend feuchte Bedingungen. Bei moderaten Temperaturen ist ein weiterer Niederschlag nötig, um die Vorräte in der Tiefe aufzubauen.

Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser

Die schwere und extreme Dürre in der Mitte und im Südosten gefährdet Kulturen in der späten Wachstumsphase. Künstliche Bewässerung kann regional ausgleichen, belastet aber die lokale Wasserversorgung. Der Grundwasserneubildung schaden die Trockenperioden erheblich — eine natürliche Auffüllung der Speicher findet unter diesen Bedingungen nur begrenzt statt. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen zeigen Stresssymptome, die Waldbrandgefahr bleibt erhöht. Der Norden Niedersachsens ist gegenwärtig weniger belastet.

Aussichten für Niederschlag – 14,7 Millimeter in 3 Tagen erwartet

Für die kommenden drei Tage werden 14,7 Millimeter Niederschlag erwartet. Die Höchsttemperatur sinkt auf 20,9 Grad Celsius. Diese Niederschlagsmenge wird den Oberboden befeuchten, die tieferen Schichten jedoch nur graduell erreichen. Eine merkliche Verbesserung der Dürrelage ist damit noch nicht garantiert — der Boden reagiert träge, und weitere regelmäßige Niederschläge sind erforderlich, um die Defizite in der Tiefe auszugleichen.

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