Bodenfeuchte Niedersachsen: 19,3 Millimeter Regen in 7 Tagen — Süden deutlich trockener

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Niedersachsen ein gespaltenes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass etwa 65 Prozent der Landesfläche von orange bis dunkelrot gefärbt sind — moderate bis extreme Dürre. Der Norden und Nordwesten mit hellgelben und einzelnen orange gefärbten Bereichen bleibt deutlich entlastet. Etwa 35 Prozent der Fläche weist ungewöhnlich bis moderat trockene Verhältnisse auf.

Aktuelle Dürrekarte Niedersachsen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Niedersachsen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Südliche Landesteile am stärksten betroffen

Die dunkelroten Flächen konzentrieren sich in der Mitte und im Südosten Niedersachsens. Hier herrscht extreme Dürre vor. Das Gebiet um Hannover und die südlichen Ausläufer des Harzes zeigen überwiegend rote Färbung, was auf schwere Dürre hindeutet. Die Landkreise Göttingen und Northeim sind besonders betroffen. Einzelne Flecken orange deuten im Übergangsbereich zur Heide auf moderate Dürre hin. Der Nordwesten und die Küstenregionen bleiben mit hellgelben bis orange gefärbten Arealen deutlich besser versorgt.

Moderat wirksame Niederschläge, aber Boden reaktionsträge

In der vergangenen Woche fiel mit 19,3 Millimetern durchschnittlich moderater Regen. Die Durchschnittstemperatur betrug 17,1 Grad Celsius. Obwohl diese Niederschlagsmenge den Oberboden kurzfristig befeuchtet hat, reagiert der Boden bis in 1,80 Meter Tiefe träge auf Wasserzufuhr — die anhaltende Trockenphase davor hat tiefere Schichten bereits ausgetrocknet. In den kommenden drei Tagen werden nur 1,9 Millimeter Niederschlag erwartet, während die Höchsttemperatur auf 25,5 Grad Celsius steigt. Diese geringe Regenmenge wird die Regeneration der Bodenfeuchte nicht vorantreiben.

Auswirkungen auf Landwirtschaft und Wasserhaushalt

Für Kulturen in später Wachstumsphase stellt die schwere bis extreme Dürre im Süden und in der Mitte eine Belastung dar. Künstliche Bewässerung kann Defizite nur in begrenztem Umfang ausgleichen und belastet die Wasserversorgung zusätzlich. Der Grundwasserneubildung schadet die anhaltende Trockenheit in der Fläche erheblich — natürliche Auffüllung von Speichern findet unter diesen Bedingungen kaum statt. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen zeigen Stresssymptome, die Waldbrandgefahr bleibt in der südlichen Hälfte erhöht.

Aussichten für Niederschlag – nur 1,9 Millimeter erwartet

In den kommenden drei Tagen fallen voraussichtlich nur 1,9 Millimeter Regen. Diese Menge wird die Bodentrocknung in den bereits betroffenen südlichen und mittleren Regionen nicht substanziell unterbrechen. Eine Entspannung der Dürresituation ist nicht in Sicht.

Den aktuellen Wetterbericht für Niedersachsen finden Sie hier.


Mehr zum Wetter und den Folgen:

» Zum Wetterbericht für Niedersachsen