Bodenfeuchte Niedersachsen: 8 Millimeter Regen in 7 Tagen, Süden deutlich trocken

[Teilweise zu trocken]

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Niedersachsen ein gemischtes Bild. Während der Norden und Nordwesten mit hellgelben und vereinzelten orangefarbenen Bereichen ungewöhnlich bis moderat trocken sind, dominiert in der Mitte und im Südosten die rote Färbung, die auf schwere Dürre hindeutet. Nur wenige dunkelrote Flecken im südlichen Landesteil zeigen extreme Dürre an. Etwa 60 Prozent der Landesfläche sind von schwerer Dürre betroffen, etwa 15 Prozent von extremer Dürre.

Aktuelle Dürrekarte Niedersachsen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Niedersachsen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Norden deutlich entlastet, Süden unter Druck

Die hellgelben und orangefarbenen Bereiche konzentrieren sich auf die nördlichen Regionen Ostfrieslands, Frieslands und der Küstenzone. Hier herrscht ungewöhnliche bis moderate Trockenheit vor. Die Übergangszone in der Mitte des Landes — vom Raum Hannover bis zur Weser — zeigt überwiegend orange bis rötliche Färbung und signalisiert damit den Wechsel zu schwererer Trockenheit. Der Südosten, insbesondere die Regionen zwischen Göttingen und dem Harz sowie östlich der Aller, ist von schwerer bis extremer Dürre geprägt.

Moderate Niederschläge bremsen Verschärfung

In der vergangenen Woche fielen durchschnittlich 8 Millimeter Niederschlag — ein für diese Jahreszeit moderater Wert, der eine stärkere Verschärfung der Trockenheit verhindert hat. Die Durchschnittstemperatur lag bei 15,6 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 23,9 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge; die bisherige Wasserzufuhr reicht aus, um ein Voranschreiten der Dürre in den bereits betroffenen Regionen zunächst zu bremsen, nicht aber umzukehren.

Folgen für Landwirtschaft und Wasserhaushalt

Die schwere Dürre in den südlichen und mittleren Landesteilen belastet Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen. Künstliche Bewässerung kann regionale Defizite ausgleichen, zusätzliche Wasserentnahmen belasten jedoch die Wasserversorgung. Der Grundwasserneubildung schaden die geringen Niederschläge erheblich — unter diesen Bedingungen findet eine natürliche Auffüllung der Speicher nur schleppend statt. Der Norden mit moderaterer Trockenheit ist derzeit entlastet.

Aussichten für Niederschlag – 10,3 Millimeter erwartet

Für die kommenden drei Tage werden etwa 10,3 Millimeter Niederschlag erwartet. Dies entspricht einer ausreichenden Wasserzufuhr, die den Boden bis in mittlere Tiefen erreichen kann. Die Höchsttemperaturen werden mit 26,5 Grad Celsius moderat ausfallen. Sollte die Vorhersage eintreffen, wird sich die Situation in den betroffenen Regionen stabilisieren, ohne sich jedoch spürbar zu entspannen.

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