Der UFZ-Duerremonitor zeigt für Nordrhein-Westfalen zum 6. August 2026 ein differenziertes Bild: Große Teile der Mitte und des Südens sind in rote oder orange Klassen eingefärbt, die auf schwere oder moderate Dürre hindeuten. Der Norden und Nordosten hingegen weisen hellgelbe bis gelbe Töne auf, was auf ungewöhnliche oder leicht erhöhte Trockenheit hindeutet. Im äußersten Nordosten sind vereinzelt noch grüne und gelbe Flächen sichtbar, die normale bis leicht trockene Bedingungen anzeigen. Die Karte bildet ein 14-Tage-Mittel des Gesamtbodens bis 1,80 Meter Tiefe ab und wird wöchentlich durch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung aktualisiert.

Süden und Mitte zeigen schwere Trockenheit
Im südlichen Nordrhein-Westfalen, insbesondere im Bergischen Land und entlang des Rheins bis zur Lahn, ist die rote Klasse (schwere Dürre, Wiederkehrwahrscheinlichkeit alle 20 Jahre) deutlich sichtbar. Ebenso betroffen ist ein Kernbereich in der Mitte des Landes, der sich von der Bergischen Region bis nach Hessen erstreckt. Umgeben von diesen roten Zonen befinden sich großflächig orange gefärbte Areale, die moderate Dürrebedingungen (alle 10 Jahre) signalisieren. Diese Zone reicht vom Westen bis zum Osten und umfasst auch Teile des nördlichen Ruhrgebiets. Der Norden zeigt dagegen überwiegend hellgelbe Färbung, was auf ungewöhnliche Trockenheit hindeutet. Im äußersten Osten sind einzelne hellgelbe und grüne Flecken erkennbar.
Niederschlag und Wärme verschärfen das Defizit
Die Wetterdaten der letzten sieben Tage zeigen für Nordrhein-Westfalen nur 7,5 Millimeter Niederschlag bei einer Durchschnittstemperatur von 22,3 Grad Celsius und Spitzenwerten von 35,3 Grad. Der Gesamtboden reagiert auf Niederschlagsereignisse träge – dieses geringe Wasserangebot wird das Defizit in den tieferen Bodenschichten nicht kurzfristig beheben. Die Prognose für die kommenden drei Tage verschärft die Situation zusätzlich: Es werden null Millimeter Niederschlag erwartet bei Höchsttemperaturen um 30,4 Grad Celsius. Diese anhaltend trockene und warme Witterung wird die Verdunstung zusätzlich verstärken.
Auswirkungen auf Landwirtschaft und Wasserressourcen
Die Bodenfeuchtedefizite in der Tiefenlage von bis zu 1,80 Metern beeinflussen die Wasserverfügbarkeit für Pflanzen erheblich. In den rot gefärbten Regionen (Süden und Mitte) ist mit spürbaren Ertragseinbußen bei Sommergetreide und anderen Kulturen zu rechnen, die auf Bodenwasservorräte in tieferen Schichten angewiesen sind. Auch Grundwasserneubildung und Quellschüttung können in diesen Bereichen gegenüber dem Normalzustand reduziert sein. Die orange gefärbten Zonen zeigen zwar noch moderate Bedingungen, erfordern aber bereits Beobachtung. Der Norden mit ungewöhnlicher Trockenheit befindet sich noch in einem weniger kritischen Zustand, sollte aber ebenfalls beobachtet werden, insbesondere wenn die trockene Witterung anhält.
Den aktuellen Wetterbericht für Nordrhein-Westfalen finden Sie hier.
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