Bodenfeuchte Nordrhein-Westfalen: Moderate Trockenheit im Süden und Westen

Der UFZ-Duerremonitor zeigt für Nordrhein-Westfalen zum 11. August 2026 ein differenziertes Bild: Während der Norden und Osten des Landes mit grünen und blauen Flächenanteilen normale bis feuchte Bedingungen aufweisen, prägen orange und rote Färbungen große Teile der Mitte, des Südens und Westens. Die Karte stellt ein 14-Tage-gleitendes Mittel des Bodenfeuchte-Index (SMI) für die gesamte Bodenschicht bis 1,80 Meter Tiefe dar und wird wöchentlich vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung aktualisiert.

Aktuelle Dürrekarte Nordrhein-Westfalen (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Nordrhein-Westfalen (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süden und Mittelmitte mit moderater bis schwerer Trockenheit

Das Ruhrgebiet und die Gegend um Köln und Düsseldorf werden dominant von roten Flächen gekennzeichnet, die eine schwere Dürre (Klasse 3, Wiederkehrsintervall etwa 20 Jahre) anzeigen. Die südlichen Landesteile, insbesondere rund um Bonn und die Bergischen Hügel, zeigen stellenweise dunkelrote Areale (extreme Dürre, Klasse 4). Nördlich und östlich, in Richtung Münsterland und der Niederrheinischen Bucht, nimmt die Trockenheit deutlich ab – hier dominieren orange Flächen mit Elementen von hellgelb und gelb, was auf moderate bis ungewöhnliche Trockenheit hindeutet. Der äußerste Nordwesten und Nordosten Nordrhein-Westfalens zeigen grüne und blaue Pixel, die auf normale Bodenfeuchte deuten.

Sieben Tage ohne Niederschlag – Situation bleibt angespannt

Die aktuellen Wetterbedingungen verschärfen die Lage des Gesamtbodens zusätzlich. In den vergangenen sieben Tagen fielen im Durchschnitt 0 Millimeter Niederschlag, bei Durchschnittstemperaturen von 20,9 °C und Höchstwerten bis 31,1 °C. Für die kommenden drei Tage kündigen sich weitere Trockenheit und warmwechsel an – die erwartete Höchsttemperatur steigt auf 35,9 °C, während die Niederschlagswahrscheinlichkeit null Millimeter beträgt. Da die Bodenfeuchte-Karte ein Mittel über zwei Wochen darstellt, reagiert der tiefere Boden träge auf kurzfristige Regenfälle. Die aktuelle, andauernde Trockenphase wird sich daher erst in den kommenden Wochen vollständig in der Gesamtbodenfeuchte abbilden.

Relevanz für Landwirtschaft und Wasserhaushalt

In den Regionen mit schwerer bis extremer Dürre (rot bis dunkelrot) ist mit Ertragseinbußen bei sommerlichen Kulturen zu rechnen, besonders wenn der Wurzelraum auf sandigen oder flachgründigen Böden begrenzt ist. Der Wald in den betroffenen Süd- und Westregionen unterliegt erhöhtem Wasserstress. Für die Grundwasserneubildung ist die anhaltende Trockenheit im Gesamtboden problematisch, da Niederschlag aus der oberflächlichen, trockenen Phase nur verzögert in tiefere Schichten eindringt. In Regionen mit normaler bis feuchter Bodenfeuchte (Nordosten, Nordwesten) bleibt die Versorgungslage vorerst stabil.

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