Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Nordrhein-Westfalen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass etwa 45 bis 50 Prozent der Landesfläche von moderater bis schwerer Dürre betroffen sind, während der Westen, der Norden und Teile des Ostens normale bis ungewöhnlich trockene Verhältnisse aufweisen. Dunkelrote Flecken extremer Dürre sind lokal begrenzt und konzentrieren sich auf weniger als 10 Prozent der Fläche.

Zentrum und Süden unter moderater bis schwerer Dürre
Orange und rote Färbungen dominieren das Ruhrgebiet, die Bergischen Lande und Teile des Münsterlandes sowie südliche Regionen um Siegen und Hagen. Diese Gebiete zeigen moderate bis schwere Dürre. Der Norden und der Westen, insbesondere rund um Kleve, Wesel und das Rheinland, sind überwiegend grün bis hellgelb gefärbt und deuten auf normale bis ungewöhnlich trockene Bedingungen hin. Einzelne dunkelrote Pixel markieren lokal ausgeprägte Trockenheit im mittleren Bergland und südlichen Münsterland.
15,1 Millimeter Regen — Oberfläche erholt sich, Tiefe träge
In der vergangenen Woche fiel im Durchschnitt 15,1 Millimeter Niederschlag, eine moderate Menge, die oberflächennahe Bodenschichten leicht entspannt hat. Die Durchschnittstemperatur lag bei 19,4 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 30,4 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge — die bis zu 1,80 Meter Tiefe erfasste Austrocknung wird durch regelmäßige Wasserzufuhr nur langsam abgebaut. Wo bereits schwere oder moderate Dürre herrscht, reicht die bisherige Regenmenge nicht aus, um das Defizit auszugleichen.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
In den betroffenen Regionen der Mitte und des Südens ist das verfügbare Bodenwasser für Kulturen in späten Wachstumsphasen begrenzt. Künstliche Bewässerung kann regionale Defizite nur teilweise ausgleichen und belastet die ohnehin angestrengten Wasserressourcen zusätzlich. Der Grundwasserneubildung schaden die Trockenperioden erheblich — unter diesen Bedingungen ist eine ausreichende natürliche Auffüllung nicht gesichert. Forstbestände in trockenen Lagen zeigen Stresssymptome, die Waldbrandgefahr bleibt auf erhöhtem Niveau.
Aussichten für Niederschlag – kein Regen in den nächsten drei Tagen
Für die kommenden drei Tage ist kein Niederschlag zu erwarten. Die Höchsttemperatur wird auf 22,4 Grad Celsius geschätzt. Ohne Wasserzufuhr wird sich die Bodentrocknung in den bereits betroffenen Regionen fortsetzen und die Defizite in der Tiefe weiter verfestigen.
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