Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe in Nordrhein-Westfalen zeigt ein gemischtes Bild. Etwa 60 Prozent der Landesfläche sind von moderater Dürre betroffen, während der Norden und Nordosten mit hellgelben und einzelnen orangefarbenen Bereichen ungewöhnlich bis moderat trocken sind. Im Süden und in der Mitte treten rote Flecken auf, die schwere Dürre anzeigen — betroffen sind etwa 15 bis 20 Prozent der Landesfläche.

Süden und Mitte unter Druck
Die deutlichsten Trockenheitssignale zeigen sich im südlichen Ruhrgebiet, in Teilen von Westfalen und im Bergischen Land. Hier dominiert orange bis rot. Der Süden um Siegen und Hagen wird teilweise als schwer trocken eingefärbt. Der Niederrhein und die nördlichen Regionen bleiben dagegen deutlich entspannter — Orange und Hellgelb überwiegen dort. Im äußersten Nordwesten entlang der Grenze zu den Niederlanden sind einzelne grünliche Töne sichtbar, ein Hinweis auf bessere Feuchte.
Regen und Temperatur — Bild klarer
In der vergangenen Woche fielen durchschnittlich 6,8 Millimeter Niederschlag. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,8 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 30,8 Grad. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge — die bisherigen Regenfälle haben den Feuchtemangel der Vorwochen nur teilweise ausgeglichen. Die anhaltende Wärmephase fördert die Verdunstung und begrenzt so die Tiefenwirkung des gefallenen Wassers.
Folgen für Landwirtschaft und Wasserhaushalt
Die moderate bis schwere Dürre in Süd- und Mittelwestfalen belastet Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen. Künstliche Bewässerung kann regionale Defizite ausgleichen, verschärft aber die Wasserversorgungssituation zusätzlich. Der Grundwasserneubildung schaden die weiterhin ausbleibenden Niederschläge — eine natürliche Auffüllung der Speicher findet unter diesen Bedingungen nur begrenzt statt. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen der Mittelgebirge zeigen erste Stresssymptome, die Waldbrandgefahr bleibt erhöht. Der Norden bleibt derzeit entlastet.
Aussichten für Niederschlag – 14,3 Millimeter erwartet
Für die kommenden drei Tage prognostizieren die Wetterdienste durchschnittlich 14,3 Millimeter Niederschlag bei Höchsttemperaturen um 25,1 Grad Celsius. Diese Regenmenge sollte die oberflächlichen Bodenschichten erreichen und könnte eine Entspannung bringen — die tieferen Lagen bis 1,80 Meter werden aber weiterhin träge auf Wasserzufuhr reagieren. Nach dem Regenereignis muss die Entwicklung beobachtet werden.
Den aktuellen Wetterbericht für Nordrhein-Westfalen finden Sie hier.
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