Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe zeigt in Nordrhein-Westfalen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung dokumentiert moderate bis schwere Trockenheit auf etwa 60 Prozent der Landesfläche, während der Norden und Osten mit überwiegend hellgelben bis orange gefärbten Bereichen ungewöhnliche bis moderate Trockenheit aufweisen. Der Südwesten, insbesondere um Köln und im Bergischen Land, zeigt rote Färbungen, was auf schwere Dürre hindeutet.

Südwesten und Mitte stärker betroffen
Die Karte offenbart eine regionale Staffelung: Im Süden und in der Mitte des Landes dominieren Orange- und Rottöne, besonders ausgeprägt zwischen Köln, Düsseldorf und im Ruhrgebiet. Der Norden und Nordwesten zeigen hingegen hellgelbe bis vereinzelt orange Flecken, was auf weniger ausgeprägte Trockenheit hindeutet. Im äußersten Osten sind gelbliche Bereiche mit schwacher Rötung erkennbar. Insgesamt sind etwa 40 Prozent der Landesfläche von ungewöhnlicher oder moderater Trockenheit, etwa 55 Prozent von schwerer Trockenheit und weniger als 5 Prozent von extremer Trockenheit betroffen. Blaugrüne Bereiche, die normale Feuchte anzeigen würden, fehlen ganz.
Moderate Niederschläge bremsen die Verschärfung
In der vergangenen Woche fielen im Durchschnitt 27,3 Millimeter Regen — deutlich mehr als in vielen anderen Bundesländern in dieser Phase. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,7 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 30,8 Grad Celsius. Trotz dieser Niederschläge reagiert der Boden bis in 1,80 Meter Tiefe träge: Die Feuchtigkeit dringt langsam ein, oberflächliche Regenfälle ändern das Bild der tieferen Bodenschichten nur verzögert. Die anhaltende Hitze begünstigt gleichzeitig die Verdunstung, weshalb die dokumentierte schwere Trockenheit in Südwesten und Mitte nicht kurzfristig aufgelöst wird.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen leiden unter der schweren Trockenheit in den betroffenen Regionen. Das verfügbare Bodenwasser wird knapper, künstliche Bewässerung kann regionale Defizite nur teilweise ausgleichen. Der Grundwasserneubildung schaden die unteren Niederschlagsmengen insgesamt — unter diesen Bedingungen ist eine vollständige natürliche Auffüllung der Speicher fraglich. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen des Südens und der Mitte zeigen Stresssymptome, die Waldbrandgefahr bleibt erhöht. Der Norden ist derzeit weniger belastet.
Aussichten für Niederschlag – 3,6 Millimeter erwartet
Für die kommenden drei Tage werden 3,6 Millimeter Niederschlag erwartet. Diese geringe Menge reicht nicht aus, um die Bodenfeuchte in tieferen Schichten nachhaltig zu verbessern. Die erwartete Höchsttemperatur von 26,7 Grad Celsius wird die Verdunstung fortsetzen. Eine kurzfristige Entspannung der Trockenheit ist nicht zu erwarten.
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