Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt für Nordrhein-Westfalen ein gemischtes Bild. Während der Norden und Osten überwiegend normale bis feuchte Bodenverhältnisse aufweisen, konzentrieren sich moderate bis schwere Trockenheitsgrade in der Südhälfte und der Mitte des Landes. Etwa 50 Prozent der Landesfläche sind von moderater oder schwerer Dürre betroffen.

Süden und Mitte unter Trockenheit — Norden deutlich besser versorgt
Das Ruhrgebiet und die Bereiche westlich davon zeigen rote und dunkelrote Flecken, die schwere bis extreme Trockenheit anzeigen. Im südlichen Nordrhein-Westfalen, insbesondere in der Region um Siegen und in Teilen des Bergischen Landes, herrscht schwere Dürre vor. Einzelne Bereiche nördlich von Münster und im östlichen Landesteil sind dagegen grün bis hellgelb gefärbt — dort liegt der Boden bis 1,80 Meter Tiefe in normalen oder leicht trockenen Verhältnissen.
16,4 Millimeter Regen in der vergangenen Woche — Oberboden erholt sich, Tiefe reagiert träge
In der vergangenen Woche fielen im Durchschnitt 16,4 Millimeter Niederschlag. Dies reicht aus, um den Oberboden stellenweise zu befeuchten, doch die tieferen Schichten bis 1,80 Meter reagieren auf kurzfristige Niederschläge träge. Der aktuelle Stand der Dürrekarte ist ein 14-Tage-Mittel und bildet daher die anhaltende Trockenheit der vorangegangenen zwei Wochen ab. Mit Temperaturen von durchschnittlich 16,5 Grad in der vergangenen Woche und einer Höchsttemperatur von 26,8 Grad bleibt die Verdunstung moderat, verstärkt die Lage aber nicht zusätzlich.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasserneubildung
Für die Landwirtschaft in Süd- und Mittelwestfalen besteht vor allem in den Bereichen mit schwerer Dürre ein spürbarer Wassermangel. Pflanzen, die noch in kritischen Wachstumsphasen stehen, zeigen bereits Trockenstress. Auch die Grundwasserneubildung verläuft in den betroffenen Regionen unterhalb des Normalwertes. Der Wald reagiert ebenfalls auf die anhaltende Trockenheit, besonders Fichten und Flachwurzler sind gefährdet.
Aussichten für Niederschlag — 19,7 Millimeter in drei Tagen erwartet
In den nächsten drei Tagen werden 19,7 Millimeter Niederschlag erwartet. Dies ist eine Menge, die den Boden bis in tiefere Schichten befeuchten kann und die Situation in den trockenen Regionen merklich entspannen würde. Die Höchsttemperatur liegt bei erwarteten 23 Grad — damit bleibt die Verdunstung moderat. Sollte sich die Vorhersage bestätigen, könnte die nächste Aktualisierung der Dürrekarte bereits eine Besserung zeigen.
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