Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors vom 28. Juli 2026 zeigt Nordrhein-Westfalen in einer differenzierten Trockensituation. Der Gesamtboden (bis 1,80 m Tiefe) weist im Süden und in der Mitte des Landes überwiegend moderate bis schwere Dürre auf (Klasse 2 Orange und Klasse 3 Rot), während der Nordwesten und Norden in hellgelb bis gelb eingefärbt sind — ungewöhnlich trocken bis moderat trocken. Der Nordosten zeigt teilweise gelbe Flecken, die auf eine leicht erhöhte Trockenheit hindeuten. Blaue oder grüne Bereiche, die auf feuchte Bodenverältnisse hindeuten würden, sind auf dieser Karte nicht sichtbar.

Süden und Mitte unter Trockenstress
Das Ruhrgebiet, die Region um Köln und das südliche Sauerland sind von roter bis dunkelroter Färbung geprägt — ein Zeichen für schwere bis extreme Dürre, wie sie statistisch alle 20 bis 30 Jahre auftreten. Die südwestliche Region, insbesondere um die Eifel und das Bergische Land, zeigt überwiegend orange und rot. Der östliche Teil Nordrhein-Westfalens (rund um Lippe und das östliche Münsterland) ist ebenfalls orange gefärbt — moderate Dürre. Der äußerste Nordwesten und Nordosten sind weniger stark betroffen und zeigen hellgelbe bis gelbe Färbung, was auf ungewöhnliche bis moderate Trockenheit hindeutet.
Schwache Niederschläge verlängern die Trockenphase
Die Wetterdaten der letzten sieben Tage zeigen eine angespannte Situation: Nordrhein-Westfalen verzeichnete durchschnittlich nur 10,8 mm Niederschlag bei Durchschnittstemperaturen von 20,8 °C und Höchsttemperaturen bis 34,7 °C. Der UFZ-Duerremonitor zeigt ein 14-Tage-gleitendes Mittel — kurzfristige Niederschläge wirken sich daher nur verzögert aus. Der Gesamtboden reagiert träge auf Regenereigisse und hat sich von der bisherigen Trockenphase noch nicht erholt. Die Prognose für die nächsten drei Tage verschärft die Lage: nur 1,5 mm Niederschlag erwartet, bei Höchsttemperaturen von 32,2 °C. Eine Entspannung ist damit nicht in Sicht.
Auswirkungen auf Landwirtschaft und Wasserhaushalt
Die schwere Dürre in Südwestfalen und der Mitte des Landes hat messbare Folgen: Böden in der Klasse Rot (schwere Dürre) zeigen deutlich reduzierte Wasserspeicher, was für Pflanzen in der Wachstumsphase kritisch ist. Vor allem Mais und Zuckerrüben benötigen in diesem Stadium regelmäßige Wasserzufuhr. Der moderate Trockenstress (Orange) im Norden und Nordosten ist zwar weniger dramatisch, erfordert aber ebenfalls Aufmerksamkeit. Die Grundwasserneubildung in den betroffenen Regionen ist stark verringert. Forstbehörden müssen mit erhöhtem Waldbrandrisiko rechnen, besonders in den Rotzonen.
Der UFZ-Duerremonitor wird wöchentlich aktualisiert und basiert auf Bodenfeuchtemessungen des gesamten Bodenprofils bis 1,80 m Tiefe.
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