Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt Rheinland-Pfalz in einer gespannten Lage. Etwa 85 Prozent der Landesfläche sind von schwerer bis extremer Dürre betroffen. Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe ist überwiegend zu trocken; nur kleine Bereiche im Norden zeigen moderate Feuchteverhältnisse.

Westen und Mitte am stärksten betroffen
Der Westen und die Mittelbereiche Rheinland-Pfalz‘ sind flächenhaft von extremer Dürre geprägt (dunkelrot). Hier ist der Boden bis in die Tiefe erheblich ausgetrocknet. Im Osten dominiert schwere Dürre (rot). Der äußerste Norden der Landesfläche zeigt orange-Töne (moderate Dürre) sowie vereinzelt grüne Flächen mit ausgeglichener Bodenfeuchte. Diese regionalen Unterschiede spiegeln ungleich verteilte Niederschläge der vergangenen Wochen wider.
Schwache Niederschläge bei anhaltender Wärmebilanz
In der vergangenen Woche fielen durchschnittlich nur 4,8 Millimeter Regen auf Rheinland-Pfalz — deutlich unter dem saisonalen Bedarf. Die Durchschnittstemperatur lag bei 14,3 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 22,5 Grad. Diese Werte sind mild, doch die extreme Trockenheit in der Tiefe baut sich nicht durch einzelne kurze Regenpausen ab. Der Boden bis 1,80 Meter reagiert träge: Der Oberboden erholt sich kurzfristig nach jedem Regen, die tieferen Schichten aber brauchen Wochen anhaltender Wasserzufuhr, um wieder aufzufüllen.
Folgen für Landwirtschaft und Gewässer
Die andauernde Trockenheit in der Tiefe erschwert vor allem Kulturen mit tieferen Wurzelsystemen. Mais, Rüben und mehrjährige Kulturen leiden unter dem Wassermangel im Unterboden. Auch Grundwasser und kleinere Quellen reagieren auf die anhaltende Defizitbilanz: Die Wasserstände nehmen langsam ab, was Wasserversorgungsunternehmen aufmerksam beobachten.
Aussichten für Niederschlag – 11 Millimeter erwartet, Entspannung bleibt begrenzt
Für die nächsten drei Tage werden etwa 11 Millimeter Niederschlag erwartet. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber nicht aus, um die tieferen Bodenschichten nennenswert zu regenerieren. Gleichzeitig sinken die Temperaturen auf Höchstwerte um 14,7 Grad und Tiefsttemperaturen um 6,4 Grad — kühler und damit günstiger für eine langsamere Verdunstung. Für eine echte Entspannung bräuchte es wiederholte, ergiebigere Niederschläge über Tage hinweg.
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