Bodenfeuchte Sachsen: 11,6 Millimeter Regen in 7 Tagen — schwere Trockenheit im Westen

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Sachsen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung weist etwa 55 Prozent der Landesfläche mit Rot aus, was schwere Dürre anzeigt. Etwa 30 Prozent sind orange gefärbt und deuten auf moderate Dürre hin. Nur im Osten und Südosten finden sich hellgelbe Bereiche mit ungewöhnlicher Trockenheit sowie einzelne grüne Flecken, die normale Bodenfeuchtigkeit andeuten.

Aktuelle Dürrekarte Sachsen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Sachsen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Westen und Mitte stark ausgetrocknet

Die dunkelrot gefärbten Zonen konzentrieren sich im Westen und in der Mitte Sachsens — hier herrscht extreme Dürre vor. Das Erzgebirge und das Vogtland sind besonders betroffen. Die Regionen um Chemnitz, Zwickau und westlich davon zeigen durchgehend Rot, was auf schwere Trockenheit hindeutet. Das Lößhügelland südwestlich von Leipzig ist ebenfalls deutlich trocken. Im Osten, etwa um Görlitz und in der Oberlausitz, lockern sich die Trockenheitsgradationen auf: hier dominieren Orange und helles Gelb, was eine geringere Auspolung des Bodens anzeigt.

11,6 Millimeter Regen — der Boden bleibt belastet

In der vergangenen Woche fiel durchschnittlich 11,6 Millimeter Regen. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,1 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 27,3 Grad. Der Boden reagiert träge auf Niederschläge — die fehlende Wasserzufuhr in den westlichen Landesteilen bei gleichzeitig moderater Verdunstung wird die Trockenheit in bereits betroffenen Regionen fortsetzen. Die bislang moderate Regenmenge reicht nicht aus, um die schwere Dürre im Westen zu lindern.

Folgen für Landwirtschaft und Wasserhaushalt

Für die Landwirtschaft stellt die schwere Dürre in West- und Mittelsachsen eine Belastung dar. Kulturen in der späten Wachstumsphase sind auf Bodenwasser angewiesen; künstliche Bewässerung kann den Mangel nur regional ausgleichen. Der Grundwasserneubildung schaden die durchschnittlichen Niederschläge erheblich — unter diesen Bedingungen ist eine natürliche Auffüllung der Speicher verlangsamt. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen des Erzgebirges und des Vogtlands zeigen Stresssymptome, die Waldbrandgefahr bleibt erhöht. Der Osten ist derzeit entlastet.

Aussichten für Niederschlag — 2 Millimeter erwartet

In den kommenden drei Tagen werden etwa 2 Millimeter Niederschlag erwartet. Die Höchsttemperatur liegt bei etwa 24,8 Grad. Diese geringe Regenmenge wird die Bodenfeuchte nur unwesentlich verbessern — die schwere Trockenheit in West- und Mittelsachsen wird sich damit nicht auflösen.

Den aktuellen Wetterbericht für Sachsen finden Sie hier.


Mehr zum Wetter und den Folgen:

» Zum Wetterbericht für Sachsen