Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Sachsen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass etwa 45 bis 50 Prozent der Landesfläche von schwerer Dürre betroffen sind, überwiegend im Westen und in der Mitte. Der Osten und Südosten sind dagegen von moderater Dürre geprägt. Hellgelbe Bereiche, die ungewöhnliche Trockenheit anzeigen, finden sich vereinzelt im Südosten und Norden.

Westen unter schwerer Dürre
Die roten Flächen dominieren im westlichen und zentralen Sachsen — besonders deutlich im Raum zwischen Chemnitz und Zwickau sowie in Teilen des Erzgebirges. Hier herrscht schwere Dürre vor. Der Osten mit Leipzig und der Region um Dresden zeigt dagegen überwiegend orange Färbung, was auf moderate Dürre hindeutet. Diese Gebiete sind weniger betroffen als der Westen, bleiben aber deutlich unter normalen Feuchtegehalten. Vereinzelte hellgelbe Flecken im Südosten und Norden deuten auf ungewöhnliche Trockenheit hin.
Wenig Niederschlag, moderate Temperaturen
In der vergangenen Woche fiel in Sachsen durchschnittlich nur 2,6 Millimeter Niederschlag. Die Durchschnittstemperatur lag bei 19,5 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 27,3 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge — die anhaltend geringe Wasserzufuhr wird die Trockenheit in den bereits betroffenen westlichen Regionen weiter verschärfen. Im Osten ermöglicht die moderate Dürre noch bessere Bedingungen als im Westen.
Folgen für Landwirtschaft und Waldbestände
Die schwere Dürre im Westen und die moderate Dürre im Osten beeinträchtigen das verfügbare Bodenwasser für Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen unterschiedlich stark. Im Westen kann künstliche Bewässerung regionale Defizite nur teilweise ausgleichen. Der Grundwasserneubildung schaden die geringen Niederschläge erheblich — unter diesen Bedingungen findet eine natürliche Auffüllung der Speicher nur eingeschränkt statt. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen des Westens zeigen erste Stresssymptome.
Aussichten für Niederschlag – 14,7 Millimeter erwartet
In den kommenden drei Tagen werden in Sachsen durchschnittlich 14,7 Millimeter Niederschlag erwartet. Dies ist eine deutliche Verbesserung gegenüber der Trockenphase der vergangenen Woche. Der Regen wird den Boden bis in tiefere Schichten erreichen, wenn auch träge: Die unmittelbare Entspannung wird sich zunächst im Oberboden zeigen. Die Höchsttemperatur wird auf 23,5 Grad Celsius moderat bleiben.
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