Bodenfeuchte Sachsen: 2,7 Millimeter Regen in 7 Tagen — Trockenheit hält an

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Sachsen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung belegt, dass etwa 55 Prozent der Landesfläche von schwerer bis extremer Dürre betroffen sind. Der Westen und die südwestliche Landesmitte sind dabei am stärksten ausgeprägt, während der Osten und Südosten überwiegend orange oder gelblich gefärbt sind. Nur kleine Bereiche im äußersten Osten zeigen grüne bis blaugrüne Färbungen, was auf normale Bodenfeuchte hindeutet.

Aktuelle Dürrekarte Sachsen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Sachsen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Schwere und extreme Dürre im Westen und in der Mitte

Dunkelrot, das Zeichen extremer Dürre, konzentriert sich auf die Region um Leipzig und das Erzgebirgsvorland. Hier beträgt der Anteil betroffener Flächen etwa 25 Prozent. Weitere rote Bereiche (schwere Dürre) sind in Westsachsen, im Mulde-Tal und südlich von Dresden sichtbar. Die Region um Chemnitz und das südliche Sachsen zeigen überwiegend orange Färbung mit einzelnen roten Pixeln, was auf moderate bis schwere Dürre hindeutet. Der Norden und die östlichen Landesteile — etwa um Görlitz und die Oberlausitz — sind mit hellgelben bis gelblichen Färbungen deutlich weniger stark betroffen und weisen nur ungewöhnlich bis moderat trockene Verhältnisse auf.

Geringe Niederschläge bei anhaltender Trockenheit

In der vergangenen Woche fiel durchschnittlich 2,7 Millimeter Niederschlag. Die Durchschnittstemperatur lag bei 19,4 Grad Celsius mit einer Höchsttemperatur von 27,3 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge — diese geringe Wasserzufuhr bei den weiterhin erhöhten Temperaturen wird die Austrocknung in der betroffenen Mitte und im Westen nicht abschwächen. Die beiden Wochen, auf die sich die Kartendarstellung bezieht, waren von Trockenheit geprägt.

Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser

Die schwere bis extreme Dürre gefährdet Kulturen in ihrer späten Wachstumsphase, insbesondere in den betroffenen Regionen der Leipziger Tieflandsbucht und um Dresden. Künstliche Bewässerung kann diesen Mangel nur lokal ausgleichen. Der Grundwasserneubildung schaden die geringen Niederschläge erheblich — unter diesen Bedingungen findet eine natürliche Auffüllung der Grundwasserleiter nicht statt. Forstbestände in der Oberlausitz und im Erzgebirgsvorland zeigen Stresssymptome. Die weniger betroffenen östlichen Landesteile sind dagegen derzeit entlastet.

Aussichten für Niederschlag — 12,9 Millimeter erwartet

Für die kommenden drei Tage werden durchschnittlich 12,9 Millimeter Niederschlag erwartet. Dies ist eine deutlich bessere Wasserzufuhr als in der Vorwoche. Der Boden wird zunächst oberflächlich profitieren, allerdings wird die Tiefenwirkung bis 1,80 Meter verzögert einsetzen. Die erwartete Höchsttemperatur liegt bei 22,9 Grad Celsius und bleibt damit moderat.

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