Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt für Sachsen-Anhalt ein gemischtes Bild. Etwa 60 Prozent der Landesfläche weisen moderate Dürre auf, etwa 20 Prozent sind von schwerer Dürre betroffen. Der Norden und Westen sind weniger betroffen und zeigen teilweise normale Bodenfeuchte.

Süden und Mitte unter Druck
In der südlichen und mittleren Landesfläche dominiert die Färbung Orange mit deutlichen roten Flecken. Besonders im Raum zwischen Halle, Merseburg und in das südliche Sachsen-Anhalt hinein zeigt sich schwere Dürre. Der Norden, insbesondere Altmark und Börde, ist weniger trocken und weist teilweise normale bis feuchte Bedingungen auf. Das Elbe-Mulde-Gebiet ist unregelmäßig betroffen.
Boden bis 1,80 Meter Tiefe reagiert träge
Die vergangenen sieben Tage brachten im Landesdurchschnitt nur 2,1 Millimeter Niederschlag. Diese geringe Menge kann den Boden bis in die Tiefe von 1,80 Metern nicht wesentlich regenerieren. Die Bodenfeuchte wird durch solche Niederschlagsmengen nur oberflächlich beeinflusst, während die tieferen Schichten trocken bleiben. Die Durchschnittstemperatur der vergangenen sieben Tage betrug 16,8 Grad Celsius bei Höchsttemperaturen bis 27,9 Grad — diese kontinuierliche Verdunstung verschärft die Trockenheit, besonders im oberen Bodenprofil.
Folgen für Vegetation und Wasserhaushalt
Bei anhaltender moderater bis schwerer Dürre müssen Landwirte mit Ertragsausfällen rechnen. Kulturen in ihrer Kornfüllungsphase (Wachstumsstadium bei Getreidearten wie Weizen, Gerste oder Mais. Nach der Bestäubung wachsen und füllen sich die Körner. Diese Phase bestimmt am Ende die Korngröße und den Ertrag) oder mit aktiven Wurzelsystemen leiden besonders. Die Grundwasserneubildung bleibt gering. Für die Forstwirtschaft sind die feuchteren Bereiche im Norden und Nordwesten günstiger als die trockenen Südregionen.
Aussichten für Niederschlag — weiterhin minimal
In den kommenden drei Tagen werden nur etwa 2 Millimeter Niederschlag erwartet. Dies reicht nicht aus, um die Bodenfeuchte nennenswert zu verbessern. Die Höchsttemperatur wird auf 24,6 Grad Celsius prognostiziert, die Verdunstung bleibt mittel bis erhöht. Ohne substanzielle Niederschläge in den nächsten Tagen wird sich die moderate Dürre in den betroffenen Regionen fortsetzen.
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