Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Metern zeigt in Schleswig-Holstein ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass der Norden und Westen des Landes überwiegend von hellgelber bis gelblicher Färbung geprägt sind, was ungewöhnlich bis moderat trockene Verhältnisse anzeigt. Im südöstlichen Landesteil, insbesondere zwischen Lübeck und dem Südrand, dominieren orange bis rote Bereiche, die auf moderate bis schwere Dürre hindeuten. Etwa 60 Prozent der Landesfläche sind von moderater Dürre oder schwächer betroffen, während etwa 35 Prozent moderate bis schwere Trockenheit aufweisen.

Südosten unter Druck, Westen und Norden entlastet
Im Süden und Südosten, rund um die Region Lübeck und in Richtung Ratzeburger Gegend, zeigt die Karte orange bis rot gefärbte Pixel — das Zeichen für moderate bis schwere Dürre. Die westlichen Landesteile, besonders die Marsch- und Geestregionen sowie die Inseln, sind deutlich feuchter und erscheinen in hellgelb bis gelblich. Der nordwestliche Raum bleibt vergleichsweise entspannt.
Regen der vergangenen Woche stützt den Norden
In der vergangenen Woche fielen durchschnittlich 14,5 Millimeter Niederschlag — ein für Schleswig-Holstein moderates Ergebnis, das jedoch räumlich sehr ungleich verteilt war. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,6 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 32,8 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge: Während der Oberboden im Westen und Norden von den vergangenen Regenfällen profitiert hat, hat sich die Tiefe bis 1,80 Meter nur verzögert erholt. Im Südosten, wo weniger Regen fiel, setzt sich die Trockenheit fort.
Folgen für Landwirtschaft und Waldbestand
Die moderate Dürre im Südosten belastet Kulturen in der Wachstumsphase. Künstliche Bewässerung könnte regional ausgleichend wirken, belastet aber die lokale Wasserversorgung. Der Grundwasserneubildung schaden die Trockenperioden in dieser Region; eine natürliche Auffüllung der Speicher findet derzeit nicht im erforderlichen Umfang statt. Der Norden und Westen sind derzeit weniger belastet und können als Puffer fungieren.
Aussichten für Niederschlag – 7,5 Millimeter erwartet, Entspannung möglich
Für die kommenden drei Tage werden 7,5 Millimeter Niederschlag erwartet. Die Höchsttemperatur sinkt auf 22,1 Grad Celsius, die Tiefsttemperatur liegt bei 9 Grad Celsius. Diese Regenmenge ist zu gering, um die Tiefenschichten deutlich zu verändern, wird aber dem Oberboden zugutekommen und die südöstliche Trockenheit zumindest bremsen. Eine kurzfristige Entspannung der Dürresituation zeichnet sich ab, ohne sie jedoch zu lösen.
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