Bodenfeuchte Schleswig-Holstein: 51,8 Millimeter Regen in 7 Tagen — Norden entlastet

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Schleswig-Holstein ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass etwa 60 Prozent der Landesfläche von ungewöhnlich trockenen bis moderat trockenen Verhältnissen betroffen sind, während der Norden und Nordwesten überwiegend hellgelb gefärbt ist. Rot- und orange gefärbte Bereiche treten vor allem im östlichen Landesteil auf.

Aktuelle Dürrekarte Schleswig-Holstein (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Schleswig-Holstein (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Osten stärker betroffen als Westen

Im Osten und in Teilen der Mitte dominieren orange Färbungen, die auf moderate Dürre hindeuten. Einzelne rote Pixel im äußersten Osten (etwa um die Region 11°E bis 12°E) zeigen Bereiche mit schwerer Dürre. Der Westen und der äußerste Norden sind dagegen überwiegend hellgelb gefärbt, was ungewöhnliche Trockenheit anzeigt. Größere Bereiche mit normalen oder feuchten Bedingungen (blau oder grün) sind auf der Karte nicht zu sehen — alle Regionen des Landes liegen unter dem mittleren Feuchteniveau.

51,8 Millimeter Regen in der vergangenen Woche

In der vergangenen Woche fielen in Schleswig-Holstein durchschnittlich 51,8 Millimeter Niederschlag. Die Durchschnittstemperatur lag bei 16,3 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge — eine einzelne regenreichere Woche führt nicht unmittelbar zu einer Entspannung in tieferen Bodenschichten. Die beiden Wochen davor müssen ebenfalls berücksichtigt werden, da die Karte ein 14-Tage-Mittel darstellt. Die gemischte Färbung deutet darauf hin, dass die Wasserzufuhr räumlich ungleich verteilt war oder dass die längerfristige Bilanz noch immer ein Defizit aufweist.

Landwirtschaft und Wasserhaushalt

Für die Landwirtschaft stellt die moderate Trockenheit im Osten und Südosten eine Belastung dar, insbesondere wenn Kulturen in kritischen Wachstumsphasen stehen. Im Westen und Norden ist die Situation entspannter. Der Grundwasserneubildung helfen die Niederschläge der vergangenen Woche, jedoch ist eine vollständige Auffüllung der Speicher mit dem bisherigen Tempo nicht zu erwarten. Forstbestände in den trockeneren östlichen Bereichen können Stresssymptome zeigen.

Aussichten für Niederschlag – 7,4 Millimeter erwartet

Für die kommenden drei Tage sind 7,4 Millimeter Niederschlag zu erwarten. Dies entspricht einer moderaten Regenmenge, die bei den erwarteten Höchsttemperaturen von 24,8 Grad Celsius zu einer weiteren graduellen Verbesserung der Bodenfeuchte führen kann, besonders im Oberboden. Eine deutliche Trockenheitslinderung in tieferen Schichten ist damit allerdings nicht zu erwarten.

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