Bodenfeuchte Thüringen: 26,2 Millimeter Regen in 7 Tagen — Trockenheit lässt nach

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Thüringen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung belegt, dass etwa 55 Prozent der Landesfläche von gelb bis orange gefärbt sind — das entspricht ungewöhnlich trockenen bis moderat trockenen Bedingungen. Dagegen zeigen sich östliche und südöstliche Gebiete in Rot, was auf schwere Dürre hindeutet. Nur kleinere Flächen im äußersten Westen und Norden erscheinen in helleren Tönen.

Aktuelle Dürrekarte Thüringen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Thüringen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Süden und Osten deutlich trockener

Die schwere Dürre konzentriert sich auf den Süden und Südosten — hier prägen rote Pixel das Bild. Das Thüringer Becken und die Landschaften um Erfurt und Jena sind deutlich betroffen. Im Norden und in der Mitte überwiegt moderate Trockenheit in Orange, während der äußerste Westen einzelne gelbliche Bereiche zeigt. Die Verteilung verdeutlicht ein Nord-Süd-Gefälle der Bodentrocknung.

Jüngste Niederschläge bremsen die Austrocknung

In der vergangenen Woche fiel in Thüringen durchschnittlich 26,2 Millimeter Regen — deutlich mehr als in südlichen Bundesländern. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,1 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 26,5 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge; die jüngsten Regenfälle haben den Oberboden angefeuchtet, in größeren Tiefen wirken sie sich aber begrenzt aus. Die moderate Trockenheit in weiten Teilen der Landesfläche ist damit zwar nicht dramatisch verschärft, aber noch nicht aufgelöst.

Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser

Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen profitieren von den vergangenen Niederschlägen, sind aber weiterhin auf ausreichende Bodenfeuchte angewiesen — besonders in den südlichen Regionen mit schwerer Dürre. Die Grundwasserneubildung wird durch die fehlende Wasserzufuhr in den trockenen Monaten zuvor belastet; die jüngsten Regenfälle mildern diesen Mangel teilweise ab. In Forstbeständen der südöstlichen Regionen bleiben Stresssymptome wahrscheinlich.

Aussichten für Niederschlag – 5,4 Millimeter erwartet

Für die kommenden drei Tage werden 5,4 Millimeter Regen erwartet. Die Höchsttemperatur soll bei 27,1 Grad Celsius liegen. Diese Niederschlagsmengen sind für eine vollständige Entspannung der Trockenheit in tieferen Bodenschichten unzureichend, können aber lokal eine weitere Verschärfung bremsen.

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