Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Schleswig-Holstein ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung weist überwiegend hellgelbe und orange Färbungen auf, die auf ungewöhnliche bis moderate Trockenheit hindeuten. Etwa 70 Prozent der Landesfläche sind betroffen. Im äußersten Osten und Südosten treten Rot-Pixel auf, die schwere Dürre anzeigen — dieser Anteil bleibt deutlich unter 15 Prozent. Grüne und blaue Bereiche, die normale bis feuchte Bedingungen signalisieren, sind vereinzelt im Norden und Nordwesten sichtbar.

Westen und Norden besser gestellt als Südosten
Das Nordseeufer und die westlichen Küstenregionen zeigen überwiegend hellgelbe bis orange Färbung mit wenigen grünen Inseln — hier liegt die Bodenfeuchte deutlich unter dem Normalen, aber noch nicht im kritischen Bereich. Die Mitte des Landes ist durchgehend orange geprägt, was moderate Trockenheit anzeigt. Im Südosten, etwa im Raum Lauenburg und angrenzenden Gebieten, zeigen sich Rot-Pixel, die auf schwere Dürre hindeuten. Dieser Bereich bleibt regional begrenzt.
46,2 Millimeter Regen in der vergangenen Woche — Oberflächenentlastung ohne tiefe Sättigung
In der vergangenen Woche fiel mit 46,2 Millimetern Niederschlag eine beachtliche Menge, was für eine kurzfristige Entspannung des Oberbodens sorgt. Die Durchschnittstemperatur lag bei 16,5 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 25,2 Grad Celsius. Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe reagiert jedoch träge auf kurzfristige Niederschläge — die moderaten Regenfälle der vergangenen Woche erreichen nur schrittweise die tieferen Schichten. Das 14-Tage-Mittel der Dürrekarte spiegelt daher noch die längerfristig anhaltende Trockenheit wider.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
Die moderate Trockenheit im Boden gefährdet Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen, besonders dort, wo Wurzelsysteme tiefer eindringen müssen. Der Südosten mit schwerer Dürre erlebt spürbar erschwerte Bedingungen für Spätkulturen. Die Grundwasserneubildung wird durch die zeitweise fehlende Wasserzufuhr gebremst — auch der jüngste Regen kann ein mehrwöchiges Defizit nicht vollständig ausgleichen. Forstbestände in den trockeneren Bereichen zeigen Stresssymptome, die Waldbrandgefahr bleibt erhöht.
Aussichten für Niederschlag – 5,9 Millimeter erwartet, Bodenfeuchte stabilisiert sich
In den kommenden drei Tagen sind weitere 5,9 Millimeter Niederschlag zu erwarten. Die erwartete Höchsttemperatur liegt bei 18,7 Grad Celsius. Diese moderate Regenmenge wird den Oberboden leicht stabilisieren, reicht aber nicht aus, um die tieferen Schichten nennenswert zu sättigen. Die träge Wasserdiffusion in die Tiefe wird sich fortsetzen — eine rasche Entspannung der moderaten Trockenheit in 1,80 Meter Tiefe ist nicht zu erwarten.
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