Bodenfeuchte Thüringen: 11,2 Millimeter Regen in 7 Tagen, Trockenheit hält an

[Teilweise zu trocken]

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Thüringen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass etwa 55 Prozent der Landesfläche von moderater Dürre betroffen sind, überwiegend im Süden und in der Mitte. Der Norden und Nordwesten sind weniger belastet, mit Anteilen ungewöhnlich trockener bis moderat trockener Verhältnisse. Etwa 20 Prozent der Fläche bleiben unter normalen Bedingungen. Dunkelrote Bereiche, die extreme Dürre andeuten, sind nur punktuell im südöstlichen Bereich erkennbar.

Aktuelle Dürrekarte Thüringen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Thüringen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Süden und Südosten unter moderater bis schwerer Dürre

Die orange gefärbten Gebiete dominieren im südlichen Landesteil und entlang der Täler. Der Südosten um die Region Greiz und Gera zeigt rote Färbung, was auf schwere Dürre hindeutet. Der Norden, besonders um Nordhausen und Erfurt, ist weniger trocken und weist überwiegend hellgelbe bis gelbliche Färbungen auf, die auf ungewöhnliche Trockenheit deuten. Der Westen um Bad Salzungen ist moderat trocken. Insgesamt bleibt die Situation heterogen verteilt, ohne dass eine Region vollständig von extremer Dürre geprägt ist.

Mäßiger Regen bei weiter steigenden Temperaturen

In der vergangenen Woche fiel durchschnittlich 11,2 Millimeter Niederschlag – ein Wert, der zwar über den Vorwochen liegt, aber nicht ausreichend ist, um tiefere Bodenschichten zu erreichen. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 26,5 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge: Das verfügbare Wasser dringt nur langsam in tiefere Lagen ein, während die Verdunstung in der Oberflächenschicht durch die Wärme fortbesteht. Damit bleibt die moderate bis schwere Trockenheit in den betroffenen südlichen und mittleren Regionen bestehen.

Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser

Die moderate bis schwere Dürre stellt für Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen ein deutliches Defizit dar. Mais, Getreide und Rüben in späten Entwicklungsstadien sind auf gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit angewiesen; künstliche Bewässerung kann die Ausfälle nur teilweise ausgleichen. Der Grundwasserneubildung schadet die begrenzte Wasserzufuhr erheblich – unter diesen Bedingungen findet keine ausreichende Auffüllung natürlicher Speicher statt. Forstbestände in den trockenen südlichen Lagen zeigen erste Stresssymptome, die Waldbrandgefahr bleibt erhöht.

Aussichten für Niederschlag – nur 1 Millimeter erwartet

Für die kommenden drei Tage wird nur etwa 1 Millimeter Niederschlag prognostiziert – deutlich unter dem Bedarf. Die Höchsttemperatur wird mit 29,3 Grad Celsius erwartet. Bei dieser Wärmezufuhr und minimaler Wasserzufuhr wird sich die Bodenfeuchte in den bereits trockenen Regionen weiter verringern. Eine kurzfristige Entspannung ist nicht in Sicht.

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