Bodenfeuchte Schleswig-Holstein: Süden und Osten in moderater Trockenheit

[Teilweise zu trocken]

Die aktuelle UFZ-Duerrekarte vom 4. August 2026 zeigt für Schleswig-Holstein ein differenziertes Bild: Während der Norden und Westen des Landes überwiegend normale bis feuchte Bodenverhaeltnisse aufweisen, verzeichnen die südlichen und östlichen Regionen moderat erhöhte Trockenheit. Der Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe — gemessen als gleitender 14-Tage-Durchschnitt des UFZ-Duerremonitors — zeigt damit keine flächendeckende Duerre, sondern regionale Unterschiede, die Beobachtung rechtfertigen.

Aktuelle Dürrekarte Schleswig-Holstein (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Schleswig-Holstein (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Norden feucht, Südosten trocken

Die Landesteile nördlich von Kiel und die westlichen Küstenregionen präsentieren sich auf der Karte in Blau- und Grüntönen — Zeichen normaler bis feuchter Bodenverhaeltnisse. Deutlich anders die Situation im Südosten und in der Mitte des Landes: Dort dominiert die hellgelbe bis orange Färbung, was der UFZ-Klasse „ungewöhnlich trocken“ (hellgelb) beziehungsweise „moderate Duerre“ (orange) entspricht. Besonders die östlichen Bereiche um Lauenburg und Ratzeburg zeigen orange-rote Flächenanteile. Diese räumliche Ausdifferenzierung ist typisch für sommerliche Trocknungsprozesse in kontinental beeinflussten Landstrichen.

Nur 4 mm Regen — Gesamtboden reagiert träge

Die Wetterlage der vergangenen sieben Tage verschärft die Situation im trockenen Süden und Osten zusätzlich: Mit durchschnittlich nur 4 Millimetern Niederschlag bleibt die Regenzufuhr deutlich unter dem Bedarf. Die Temperaturen erreichten Spitzenwerte von 31,7 Grad Celsius. Der Gesamtboden reagiert auf solche Phasen verzögert — während ein möglicher Oberflächenregen den obersten 10-30 Zentimetern kurzfristig Feuchtigkeit zuführen könnte, zeigt sich der Wasserbestand in tieferen Schichten (bis 1,80 Meter) erst mit zeitlicher Verzögerung. Die kommenden drei Tage bringen nach aktuellem Wettermodell keinen Niederschlag, bei Höchsttemperaturen um 23 Grad. Damit bleibt die Gesamtbodenfeuchtigkeit in den bereits trockeneren Regionen unter Druck.

Auswirkungen auf Landwirtschaft und Wasserhaushalt

Für die Landwirtschaft bedeutet die „moderate Duerre“ im Süden und Osten Schleswig-Holsteins verschärfte Bewässerungserfordernisse, besonders für Sommergetreide und Hackfrüchte auf sandigen und leichten Böden. Auch für die Grundwasserneubildung ist die Phase problematisch: Ohne ergiebige Niederschläge in den nächsten Tagen können sich die Grundwasserspiegel in diesen Regionen weiter absenken — ein Prozess, der sich über Wochen und Monate auswirkt. Für die Waldbestände (Kiefer und Fichte in den sandigen Östlichen Hügellanden) erhöht sich das Trockenstress-Risiko. Der wetterbegünstigte Norden und Westen des Landes zeigt dagegen aktuell keine Entspannungszeichen — hier bleibt die Situation stabil normal.

Der UFZ-Duerremonitor wird wöchentlich aktualisiert und zeigt ein 14-Tage-Mittel, das kurzfristige Wetterereignisse nur graduell abbildet. Regelmäßige Überwachung ist für eine fundierte Einschätzung mittelfristiger Wasserverfügbarkeit notwendig.

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