Bodenfeuchte Thüringen: Orange und Rot dominieren im August

[Trockenheit]

Der UFZ-Duerremonitor zeigt für Thüringen am 4. August 2026 ein differenziertes Bild der Bodenfeuchte in der Gesamtschicht bis 1,80 Meter Tiefe. Die aktuelle Karte, ein 14-Tage-Gleitendes Mittel, dokumentiert überwiegend moderate Dürre (orange) und deutliche Trockenheit (rot) in großen Teilen des Landes. Nur kleinere Bereiche weisen normale bis feuchte Verhältnisse auf.

Aktuelle Dürrekarte Thüringen (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Thüringen (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süden und Mitte zeigen Trockenheitsmerkmale

Der südliche und westliche Landesteil ist von moderater bis schwerer Dürre (orange bis rot) geprägt. Das Rheinland-Pfalz-angrenzende Gebiet um den Südhang und die mittleren Regionen Thüringens weisen deutlich erhöhte Trockenheitswerte auf. Im Osten sind orange Flächenanteile dominant, stellenweise mit roten Inseln schwerer Dürre. Der Norden zeigt ein gemischtes Muster aus hellgelb (ungewöhnlich trocken) und orange (moderate Dürre), mit kleineren Bereichen, die in die normale bis leicht trockene Kategorie fallen. Nur vereinzelte Flecken der Karte deuten auf feuchte Bedingungen hin—diese befinden sich verstreut in Mittelgebirgslagen und sind flächenmäßig untergeordnet.

Wenig Niederschlag, hohe Temperaturen verschärfen Situation

In der vergangenen Woche fiel im Mittel nur 7,7 Millimeter Niederschlag—deutlich unterhalb normaler Augustwerte. Die Durchschnittstemperatur lag bei 22,8 Grad Celsius, die Spitzenwerte erreichten 36,1 Grad. Der Gesamtboden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge und speichert Trockenheitsphasen länger; die orange und rote Färbung der Karte spiegelt diese verzögerte Reaktion wider. Die kommenden drei Tage bringen keinen Niederschlag (0 Millimeter erwartet), bei Höchsttemperaturen um 28 Grad und anhaltend trockenen Bedingungen. Damit bleibt kurzfristig eine Entspannung aus.

Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser

Moderate Dürre (orange) beeinträchtigt vor allem flachgründige Böden und Kulturen in sensiblen Wachstumsphasen. Die roten Flächenanteile zeigen schwere Dürre—statistisch tritt diese etwa alle 20 Jahre auf—und bedeuten für betroffene Regionen spürbare Wassermangelsituationen. Grundwasserneubildung und Oberflächenabfluss sind reduziert. Die Landwirtschaft muss in den rot markierten Bereichen mit Ertragsverleigerungen rechnen; Bewässerung wird zur Notwendigkeit. Wälder in diesen Zonen sind zusätzlich anfällig für Waldbrände und Schädlingsbefall. Eine Normalisierung der Bodenwasserspeicher ist ohne ergiebige Niederschlagsserien nicht absehbar.

Der UFZ-Duerremonitor wird wöchentlich aktualisiert und basiert auf wissenschaftlichen Bodenfeuchtemodellen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung.


» Zum Wetterbericht für Thüringen