Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Thüringen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung belegt, dass etwa 55 Prozent der Landesfläche von Rot geprägt ist — schwere Dürre. Etwa 35 Prozent liegen in Orange, das ist moderate Dürre. Nur kleinere Flächen im Norden und Nordosten zeigen hellgelbe Färbung, was ungewöhnlich trockene Verhältnisse anzeigt. Blaugrüne Bereiche sind nicht erkennbar.

Südwesten und Mitte unter schwerer Dürre
Im Südwesten zwischen Erfurt und Bad Salzungen dominiert Dunkelrot — extreme Dürre. Die Region um Gotha, Ilmenau und das südliche Thüringer Becken zeigt durchgehend rote Pixel. Das Werratal und Teile der Rhön sind ebenfalls betroffen. Der Norden mit Eisenach und das Gebiet nördlich der Hainich zeigen etwas höhere Feuchtegehalte in Orange oder Hellgelb, bleiben aber deutlich unter normalen Werten. Nur das östlichste Thüringen um Saalfeld weist vereinzelt weniger trockene Verhältnisse auf.
Regen der vergangenen Woche beruhigt die oberen Bodenschichten
In den vergangenen sieben Tagen fielen in Thüringen durchschnittlich 48,9 Millimeter Niederschlag — eine deutliche Entlastung. Die Durchschnittstemperatur lag bei 16,3 Grad Celsius, die Höchsttemperatur bei 24,3 Grad Celsius. Der Oberboden hat sich durch diese Niederschläge kurzfristig erholt. Allerdings reagiert der Boden in der gemessenen Tiefe träge auf solche Regenereignisse. Die schwere und extreme Dürre in tieferen Schichten bleibt erhalten und baut sich nur langsam ab.
Folgen für Landwirtschaft und Wasserspeicher
Die schwere Dürre gefährdet Kulturen, die sich noch in Wachstumsphasen befinden. Der bisherige Regen wird kurzfristig helfen, löst aber nicht das Grundproblem der ausgetrockneten tieferen Bodenschichten. Künstliche Bewässerung kann regionale Defizite nur ausgleichen, belastet aber die Wasserversorgung zusätzlich. Für die Grundwasserneubildung ist eine einzelne Regenperiode nicht ausreichend — anhaltende Niederschläge über Wochen wären nötig, um die Speicher auffüllen zu können. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen zeigen weiterhin Stresssymptome.
Aussichten für Niederschlag – kein Regen in den nächsten drei Tagen
Für die kommenden drei Tage ist kein Niederschlag zu erwarten. Die Höchsttemperaturen liegen bei 24,3 Grad Celsius, die Tiefsttemperaturen bei 6,7 Grad Celsius. Ohne Wasserzufuhr wird die Bodentrocknung in der Tiefe anhalten, während die oberflächennahen Bereiche allmählich wieder austrocknen.
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