Bodenfeuchte Thüringen: 19,6 Millimeter Regen in 7 Tagen — Trockenheit hält an

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Thüringen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung belegt, dass etwa 55 bis 60 Prozent der Landesfläche von schwerer bis extremer Dürre betroffen sind. Dunkelrot und Rot dominieren in der Mitte und im Osten, während der Westen und Norden mit orange und hellgelben Bereichen moderatere Trockenheit aufweisen. Einzelne grüne Flecken deuten auf zeitweise normalere Bedingungen hin.

Aktuelle Dürrekarte Thüringen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Thüringen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Schwere Trockenheit im Osten und in der Mitte

Die dunkelroten Flächen konzentrieren sich um die Regionen Leipzig-Altenburg im Süden sowie östlich der Linie Weimar-Erfurt bis hin zum Eichsfeld. Hier herrscht extreme Dürre vor. Große Teile von Jena, Gera und des Vogtlands zeigen rote Färbung, was auf schwere Dürre hindeutet. Der Westen um Eisenach und Bad Salzungen ist deutlich entlastet — hier wechseln sich orange und hellgelbe Gebiete ab, die auf moderate bis ungewöhnliche Trockenheit deuten. Der äußerste Norden bei Erfurt zeigt vereinzelt grüne Töne.

Regen verzögert sich, Hitze erwartet

In der vergangenen Woche fiel durchschnittlich 19,6 Millimeter Niederschlag. Das ist ein Befund, der oberflächlich Erleichterung suggeriert — doch der Boden reagiert träge. Die Durchschnittstemperatur der vergangenen sieben Tage lag bei 14,9 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 22,4 Grad Celsius. Für die kommenden drei Tage werden Höchsttemperaturen von bis zu 24,9 Grad Celsius prognostiziert, während nur 2,2 Millimeter Niederschlag erwartet werden. Diese geringen Regenmengen reichen nicht aus, um die Feuchte in tiefere Bodenschichten zu führen. Die moderate Wärmezufuhr wird die Verdunstung verstärken.

Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser

Die schwere und extreme Dürre in den östlichen und zentralen Regionen gefährdet das verfügbare Bodenwasser für Kulturen in späten Wachstumsphasen. Künstliche Bewässerung kann regionale Defizite nur teilweise ausgleichen. Der Grundwasserneubildung schaden die bislang unzureichenden Niederschläge erheblich — eine natürliche Auffüllung der Speicher findet derzeit nicht im erforderlichen Umfang statt. Forstbestände in den betroffenen südöstlichen und mittleren Landesteilen zeigen Trockenstress, die Waldbrandgefahr bleibt erhöht.

Aussichten für Niederschlag — 2,2 Millimeter in drei Tagen

Für die kommenden drei Tage sind nur 2,2 Millimeter Niederschlag zu erwarten. Diese Menge wird die Bodentrocknung nicht unterbrechen. Die Trockenheit in den bereits betroffenen Regionen wird sich in den nächsten Tagen fortsetzen.

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