Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Thüringen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung belegt, dass etwa 50 Prozent der Landesfläche von gelben bis orangefarbenen Bereichen geprägt sind, die ungewöhnliche bis moderate Trockenheit anzeigen. Knapp 30 Prozent sind von roten Färbungen betroffen — schwere Trockenheit. Dunkelrote Flecken, die extreme Dürre kennzeichnen, beschränken sich auf einzelne Bereiche im Süden und Südosten. Die verbleibenden etwa 20 Prozent zeigen hellere Töne und deuten auf bessere Feuchtverhältnisse hin.

Süden und Osten unter stärkerer Trockenheit
Im südlichen und östlichen Thüringen dominieren orange- bis rotfarbige Bereiche. Besonders die Regionen um das Thüringer Becken und angrenzende Gebiete im Südosten zeigen schwere Trockenheit. Einzelne dunkelrot gefärbte Pixel deuten auf extreme Trockenheit hin, bleiben aber räumlich begrenzt. Im Norden und in der Mitte des Landes wechseln sich gelbe und orange Flächen ab, was auf ungewöhnliche bis moderate Trockenheit hindeutet. Westthüringen zeigt teilweise bessere Bedingungen mit helleren Tönen.
Moderate Niederschläge — der Boden reagiert träge
In der vergangenen Woche fielen im Durchschnitt 17,5 Millimeter Niederschlag. Die Durchschnittstemperatur lag bei 18,3 Grad Celsius. Trotz dieser Niederschlagsmenge zeigt der Boden bis 1,80 Meter Tiefe weiterhin Trockenheitssignale. Das liegt daran, dass der Boden in dieser Tiefe träge auf kurzfristige Niederschläge reagiert — Wasser benötigt Zeit, um einzudringen. Die bisherige Trockenperiode hat tiefere Bodenschichten bereits austrocknen lassen.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
Die moderate bis schwere Trockenheit belastet die Verfügbarkeit von Bodenwasser für Kulturen, die sich noch in wachsenden Phasen befinden. Künstliche Bewässerung kann regionale Defizite ausgleichen, stellt aber auch die Wasserversorgung unter Druck. Der Grundwasserneubildung schaden die unzureichenden Niederschläge erheblich — eine natürliche Auffüllung von Grundwasserspeichern findet unter diesen Bedingungen nur eingeschränkt statt. Forstbestände in den trockeneren südlichen und östlichen Landesteilen zeigen erste Stresssymptome.
Aussichten für Niederschlag — weitere 7,1 Millimeter erwartet
In den kommenden drei Tagen werden 7,1 Millimeter Niederschlag erwartet. Die Höchsttemperaturen sollen 25,9 Grad Celsius erreichen. Diese moderate Niederschlagsmenge wird den Oberboden kurzfristig befeuchten, dürfte aber nicht ausreichen, um die Trockenheit in tieferen Schichten deutlich zu verringern. Eine nachhaltige Entspannung der Situation zeichnet sich nicht ab.
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