Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter ist in Thüringen überwiegend von moderater bis schwerer Trockenheit geprägt. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass etwa 60 Prozent der Landesfläche von schwerer Trockenheit (rot) betroffen sind. Weitere 30 Prozent weisen moderate Trockenheit (orange) auf. Nur kleine Teile, vor allem im Westen und Nordwesten, sind hellgelb gefärbt und zeigen ungewöhnliche Trockenheit.

Süden und Osten am stärksten betroffen
Die dunkelroten Bereiche konzentrieren sich auf den Süden und den zentralen Osten. Hier dominiert schwere Trockenheit. Das Thüringer Becken und die Regionen um Altenburg, Gera und Saalfeld zeigen die intensivsten Farbwerte. Der Norden, insbesondere Gebiete um Nordhausen und das Eichsfeld, wird von orange gefärbten Flächen geprägt. Der Westen bleibt mit hellgelben bis orange gefärbten Bereichen vergleichsweise trockener gestellt, bleibt aber ebenfalls unter normalen Feuchtegehalten.
Minimale Niederschläge, andauernde Hitze
In der vergangenen Woche fiel nur 0,1 Millimeter Niederschlag. Die Durchschnittstemperatur lag bei 16,9 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 27,5 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge. Die anhaltende Trockenheit bei spärlichen Regenfällen wird die Austrocknung in den betroffenen Regionen fortsetzen und bis in tiefere Bodenschichten vordringen. Für Kulturen in der späten Wachstumsphase stellt der Wassermangel eine zunehmende Belastung dar.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
Die schwere Trockenheit gefährdet das verfügbare Bodenwasser für landwirtschaftliche Nutzungen. Künstliche Bewässerung kann regionale Defizite nur begrenzt ausgleichen und setzt die Wasserversorgung zusätzlich unter Druck. Der Grundwasserneubildung schaden die fehlenden Niederschläge erheblich — unter diesen Bedingungen findet praktisch keine natürliche Auffüllung der Speicher statt. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen zeigen Stresssymptome; die Waldbrandgefahr bleibt erhöht.
Aussichten für Niederschlag — 8,2 Millimeter in drei Tagen erwartet
In den kommenden drei Tagen sind 8,2 Millimeter Niederschlag zu erwarten. Das ist eine spürbare Menge, die den Oberboden kurzfristig befeuchten wird. Der tiefere Boden wird jedoch träge reagieren — eine nachhaltige Entspannung der Situation erfordert andauernde und häufigere Niederschläge. Die erwartete Höchsttemperatur liegt bei 22 Grad Celsius.
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