Bodenfeuchte Thüringen: Orange und Rot dominieren — Norden mit grünen Inseln

Die aktuelle UFZ-Dürrekarte vom 20. Juli 2026 zeigt für Thüringen eine differenzierte Bodenfeuchte-Situation: Der Gesamtboden (bis 1,80 m Tiefe) weist überwiegend moderate bis deutliche Trockenheit auf. Orange und rote Flächen prägen das Bild, während einzelne grüne Bereiche im Norden auf bessere Bedingungen hindeuten. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) aktualisiert diese Karte wöchentlich als 14-Tage-Gleitendes Mittel.

Aktuelle Dürrekarte Thüringen (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Thüringen (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süd- und Mittelbereiche deutlich stärker betroffen

Der Süden Thüringens zeigt großflächig rote Bereiche, die auf schwere Dürre hindeuten — eine Klassifizierung, die statistisch etwa alle 20 Jahre auftritt. Der Südwesten, insbesondere um den Thüringer Wald, ist mit mehreren rot gefärbten Pixeln und rot-orangen Übergängen deutlich ausgeprägter trocken. Die Mittelbereiche um Erfurt und östlich davon zeigen ein Mosaik aus orange (moderate Dürre) und rot (schwere Dürre), mit einzelnen hellgelben Flecken (ungewöhnlich trocken). Der Norden hingegen präsentiert sich gemischter: Hier wechseln sich orange- und gelb-gefärbte Zonen mit grünen bis blaugrünen Bereichen ab, die auf normale bis leicht feucht gefärbte Bodenverhältnisse deuten. Besonders der äußerste Norden zeigt vereinzelt grüne Inseln.

Aktuelle Trockenheit verstärkt die kartierte Situation

Die Wetterdaten der vergangenen sieben Tage unterstreichen diese Verteilung: Mit nur 6,8 mm Durchschnittsniederschlag und Höchsttemperaturen bis 27,9 °C war die jüngste Periode für Thüringen niederschlagsarm. Wichtig zu verstehen ist die Trägheit des Gesamtbodens: Die UFZ-Karte erfasst die Bodenfeuchte bis 1,80 m Tiefe und reagiert deutlich träger auf kurzfristige Niederschläge als der oberflächliche Oberboden. Die aktuellen Trockenphase — ausbleibende Niederschläge und moderate Temperaturwerte — wird diese bereits bestehende Trockenheit in den tieferen Schichten eher verstärken als entlasten. In den nächsten drei Tagen werden keine Niederschläge erwartet, bei Höchsttemperaturen um 24,6 °C.

Auswirkungen auf Landwirtschaft und Wasserwirtschaft

Für die Landwirtschaft bedeuten die roten und orangen Zonen in Süd- und Mittelbereichen spürbar eingeschränkte Wasserbedingungen. Die schwere Dürre im Südwesten stellt erhöhte Anforderungen an Bewässerung und Bodenbewirtschaftung dar. Der grüne Nordbereich zeigt dagegen weniger Stress an. Für die Wasserversorgung und Grundwasserneubildung ist festzuhalten, dass der Gesamtboden noch Reserven aufweist (keine violetten/purpurroten Extremwerte sichtbar), aber die moderate bis schwere Trockenheit in großen Landesteilen bereits messbar ist. Eine anhaltende Trockenphase könnte diese Situation verschärfen.

Den aktuellen Wetterbericht für Thüringen finden Sie hier.


» Zum Wetterbericht für Thüringen