Das 50. Buchholzer Stadtfest vom 18. bis 20. September 2026 verlief insgesamt friedlich, wurde aber durch mehrere Gewaltdelikte und Sachbeschädigungen getrübt. Die Polizeiinspektion Harburg verzeichnete Angriffe mit Pfefferspray, Schlägereien und Widerstand gegen Einsatzkräfte.
In der Nacht zum Sonntag wurden mehrere Stände und angrenzende Geschäfte an den Fenstern beschädigt.
Am Freitag, kurz nach 20 Uhr, eskalierte eine Streitigkeit in der Nähe der Lindenstraße gegenüber vom Kabenhof. Ein Mann zog unvermittelt ein Pfefferspray und sprühte es einem 21-Jährigen ins Gesicht, bevor er flüchtete. Die Polizei ermittelt nach dem unbekannten Angreifer.
Kurz vor 21 Uhr ereignete sich an der Poststraße bei Peets Hoff eine körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Zwei Frauen im Alter von 17 und 18 Jahren zeigten Zivilcourage und griffen schlichtend ein. Zur Belohnung bespuckte einer der Männer die Helferinnen und bedrohte sie. Die jungen Frauen schafften es, zu fliehen und die Polizei zu informieren. Der 28-jährige Angreifer wurde später erkannt, erhielt einen Platzverweis und wird wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung ermittelt.
Wenig später kam es an derselben Stelle zu einer Streitigkeit zwischen zwei Personengruppen im Alter von 18 bis 25 Jahren. Die Polizei trennte die Männer, bevor es zu körperlichen Auseinandersetzungen kam. Bei der Durchsuchung aller acht Personen fanden die Beamten bei einem 19-Jährigen eine Schreckschusspistole. Der Mann konnte zwar einen kleinen Waffenschein vorzeigen, das Tragen solcher Waffen ist aber auch mit dieser Berechtigung auf öffentlichen Veranstaltungen strafbar. Mit 1,3 Promille Atemalkohol war zudem die Zuverlässigkeit zum Führen der Waffe mehr als fraglich. Die Polizei beschlagnahmte die Waffe und leitete ein Strafverfahren ein. Die zuständige Waffenbehörde prüft nun, ob er seinen kleinen Waffenschein behalten darf. Alle acht Personen erhielten einen Platzverweis.
Die größte Auseinandersetzung ereignete sich nach dem offiziellen Ende des Freitag-Programms um 1 Uhr nachts. An der Poststraße kam es zu einer Schlägerei zwischen mehreren Beteiligten, bei der Stühle und Flaschen eingesetzt wurden. Bei Ankunft der ersten Polizeibeamten flohen die Beteiligten zunächst. Ein 20-jähriger Mann konnte von den Beamten festgehalten werden und wird wegen Körperverletzung ermittelt.
Wenige Minuten später eskalierte die Situation erneut. Zwei weitere Männer im Alter von 19 und 20 Jahren gerieten aneinander – beide waren nach späteren Ermittlungen an der vorherigen Auseinandersetzung beteiligt. Die Polizisten trennten die beiden. Als sich der 20-Jährige einer Kontrolle durch Flucht entziehen wollte, solidarisierten sich Umstehende mit ihm und behinderten die polizeilichen Maßnahmen. Gleichzeitig brachen neue Streitigkeiten und Schlägereien aus. Schätzungsweise bis zu 20 Personen waren aktiv an Schlägereien oder an der Behinderung von Polizeibeamten beteiligt. Die Auseinandersetzungen konnten erst mit zusätzlichen Polizeikräften aus dem Landkreis und mit Reizgas sowie der Androhung von Schlagstockeinsatz beendet werden.
Der 20-Jährige, dessen Fluchtversuch misslang, wird wegen Körperverletzung und tätlichem Angriff auf Polizeibeamte ermittelt. Bei den Auseinandersetzungen wurden fünf Menschen leicht verletzt. Nach Zeugenaussagen war Auslöser eine Streitigkeit nach einer vermeintlichen Beleidigung, die zur Schlägerei zwischen zwei Gruppen führte. Die Polizei hat mehrere Strafverfahren wegen Körperverletzung und Bedrohung eingeleitet.
Am Samstag belästigte ein betrunkener Mann mehrere Menschen am Empore-Teich in der Nacht. Die Polizei erstellte eine Strafanzeige wegen sexueller Belästigung. Der Mann erhielt einen Platzverweis, kam diesem zunächst nach, wurde später aber erneut vom Sicherheitsdienst gesehen. Daraufhin nahm die Polizei ihn in Gewahrsam.
Unabhängig vom Stadtfest ereignete sich am Samstag gegen 22.40 Uhr an der Bremer Straße in der Nähe des Kinos eine Schlägerei zwischen mehreren Personen. Ein 19-Jähriger wurde leicht verletzt. Mehrere Beteiligte flohen vor Eintreffen der Polizei.
Die Polizeiinspektion Harburg bittet Zeugen, sich unter der Telefonnummer 04181/2850 zu melden.
Wie viele dieser Fälle aufgeklärt werden
Von 327 gefährlichen und schweren Körperverletzungen im Landkreis Harburg konnte die Polizei 2025 291 aufklären, das sind 89,0 Prozent. Damit steht unser Kreis fast genauso wie das Land, wo 85,1 Prozent der Fälle aufgeklärt wurden. Bundesweit waren es 80,5 Prozent.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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