Die Bundesregierung hat ihre Wirtschaftsprognose deutlich nach oben korrigiert. Für das laufende Jahr erwartet sie jetzt einen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,3 Prozent. Das teilte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bei der Vorstellung der «Herbstprojektion» am Donnerstag mit.
Gegenüber der Frühjahrsprojektion wird die Wachstumserwartung damit um 0,8 Prozentpunkte angehoben. Für 2027 rechnet die Regierung mit einem BIP-Anstieg um 1,1 Prozent, für 2028 mit 0,6 Prozent.
Nach Einschätzung Reiches zeigen die Zahlen, dass sich die deutsche Wirtschaft als widerstandsfähiger erwiesen hat als erwartet. Die Konjunktur expandierte im ersten Halbjahr 2026 kräftig, «ungeachtet des Konflikts im Nahen Osten und der gestiegenen Energiepreise». Getragen wurde die Erholung vor allem von den Exporten und vom öffentlichen Konsum.
Das Wirtschaftsministerium erwartet die wichtigsten Wachstumsimpulse in diesem Jahr vom Außenhandel. Im zweiten Quartal profitierte dieser von einer Sonderentwicklung: Angesichts globaler Engpässe fanden Lageraufstockungen mit energieintensiven Gütern statt, die in Deutschland produziert wurden.
Über den gesamten Projektionszeitraum sollen die fiskalischen Impulse aus den Sondervermögen und Verteidigungsausgaben bei öffentlichen Investitionen und dem Staatskonsum spürbar sein. Der private Konsum dürfte sich dagegen trotz anhaltender Reallohnzuwächse zunächst noch verhalten entwickeln – eine Folge des durch Energiepreise getriebenen Verbraucherpreisanstiegs.
Auch die privaten Investitionen werden sich dem Ministerium zufolge erst im Verlauf des kommenden Jahres schrittweise erholen. Grund sind anhaltend hohe geopolitische Unsicherheiten, geringe Kapazitätsauslastung, gestiegene Material- und Finanzierungskosten sowie strukturelle Herausforderungen. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung hängt wesentlich vom Verlauf der geopolitischen Konflikte im Nahen Osten und der Ukraine ab.
«Eine nachhaltige Lösung dieser Krisen, die auch zu sinkenden Energiepreisen führen dürfte, würde die Erholung beschleunigen», erklärte das Ministerium. Umgekehrt könnten anhaltend hohe Rohstoff- und Energiepreise Unternehmen und private Haushalte stärker belasten.
Die Herbstprojektion dient der Bundesregierung als Grundlage für die Steuerschätzung sowie die Haushaltsplanungen der Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.
Autor: dts Nachrichtenagentur