Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben einen möglichen Datenabfluss nach einer groß angelegten Phishing-Attacke über den Messengerdienst Signal gestoppt. Das erfuhr die dts Nachrichtenagentur am Montag aus Regierungskreisen. Ein Sprecher bestätigte, dass aus Sicht des Kanzleramtes mutmaßlich Russland hinter der Cyberattacke steckt.
Die betroffenen Mitglieder der Bundesregierung werden „eng von Sicherheitsbehörden überwacht und betreut“, teilten die Regierungskreise mit. Nach Medienberichten hat die bereits seit Monaten laufende Phishing-Angriffswelle mittlerweile mindestens die Ministerinnen Karin Prien (CDU) und Verena Hubertz (SPD) getroffen. Auch verschiedene Bundestagsabgeordnete und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sind von den Attacken betroffen.
Nach aktuellen Erkenntnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) führt „ein wahrscheinlich staatlich gesteuerter Cyberakteur“ die Phishing-Angriffe über Messengerdienste durch, insbesondere über Signal. Im Fokus der Angreifer stehen „hochrangige Ziele aus Politik, Militär und Diplomatie sowie Investigativjournalistinnen und -journalisten in Deutschland“.