Bundeswehr soll bis Mitte der 2030er Jahre auf 260.000 Soldaten anwachsen

via dts Nachrichtenagentur

Die Bundeswehr soll grundlegend neu ausgerichtet werden und bis Mitte der Dreißigerjahre von derzeit rund 186.000 auf 260.000 aktive Soldaten anwachsen. Das geht aus einem Konzept hervor, das Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch vorstellte. Die Priorität liegt dabei auf der Landes- und Bündnisverteidigung.

Nach den Plänen des Verteidigungsministeriums werden Militärstrategie, Fähigkeiten und Aufstellung, die Reserve sowie der Personalaufwuchs an die veränderte Bedrohungslage angepasst. „Erstmals in der Geschichte der Bundeswehr geben wir uns eine Militärstrategie“, sagte Pistorius bei der Vorstellung des Konzepts.

Der Minister begründete die Neuausrichtung mit der verschärften Sicherheitslage: „Selten war eine Militärstrategie so nötig wie in dieser historischen Phase.“ Die Bedrohungslage habe sich vor allem seit Putins Krieg gegen die Ukraine verschärft. „Außerdem wird die internationale Rechtsordnung so sehr infrage gestellt, wie schon lange nicht mehr oder wahrscheinlich seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie“, so Pistorius. Die Welt sei unberechenbarer und gefährlicher geworden.

Das Verteidigungsministerium hat verschiedene Zukunftsszenarien analysiert: „Wie wird sich die Bedrohungslage in den kommenden Jahren weiterentwickeln? Welche Szenarien sind denkbar oder wahrscheinlich?“, erklärte der Minister die Herangehensweise. Das Fähigkeitsprofil werde aus der neuen Militärstrategie abgeleitet.

Bei den militärischen Fähigkeiten geht es laut Pistorius „vor allem um die Qualität der Fähigkeiten und um die Rolle, die wir bei der Fähigkeitserfüllung der Fähigkeitsziele der Nato, aber auch unserer eigenen nationalen, übernehmen“. Das Ministerium will konkret festlegen, welche militärischen Fähigkeiten die Bundeswehr haben muss.

Auch die Reserve soll deutlich ausgebaut werden: Eine neue Reservestrategie zielt auf eine deutliche Vergrößerung sowie eine engere Einbindung in die Truppe ab. Parallel zum Aufwuchs der aktiven Soldaten ist ein Anstieg der Reservisten von derzeit rund 70.000 auf mindestens 200.000 Personen bis Mitte der Dreißigerjahre geplant.

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