Callcenter-Betrüger ergaunern sechsstellige Summen von drei Senioren in Oberfranken

Symbolbild Seniorin am Telefon

Perfide Callcenter-Betrüger haben am Dienstag drei Senioren in Oberfranken um ihre Ersparnisse gebracht. Die Täter gaukelten den älteren Menschen vor, deren Kinder hätten einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und nur eine hohe Kaution könne eine Haft abwenden. Die Polizei warnt speziell russischsprachige Bürger, da zwei der drei Anrufe in russischer Sprache erfolgten.

Den ersten Betrug verübten die Täter bereits am Vormittag gegen 11 Uhr bei einer älteren Frau aus dem Landkreis Hof. Die Betrüger setzten die Seniorin fortlaufend unter Druck, bis sie sich täuschen ließ. Die Deutsche übergab schließlich einen niedrigen sechsstelligen Bargeldbetrag an einen unbekannten Abholer am Gartenzaun ihres Hauses in der Köditzer Uferstraße. Die Kriminalpolizei Hof ermittelt und bittet Zeugen, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, sich unter 09281/7040 zu melden.

Am frühen Nachmittag kontaktierten unbekannte Callcenter-Betrüger einen älteren Mann aus Kulmbach. Die Täter kommunizierten ausschließlich in russischer Sprache mit dem Senior und wirkten mit einem Schockanruf über einen angeblich schweren Verkehrsunfall seiner Tochter auf ihn ein. Der Deutsche übergab an der Haustür einen mittleren fünfstelligen Betrag an einen Abholer. Die Kriminalpolizei Bayreuth sucht Zeugen, die in der Reichenberger Straße im Ortsteil Seidenhof zwischen 13 und 14.30 Uhr verdächtige Beobachtungen gemacht haben.

Mit der gleichen Masche kontaktierten unbekannte Täter gegen 14.30 Uhr telefonisch einen älteren Mann aus Pegnitz. Auch hier täuschten die Betrüger in russischer Sprache einen schweren Verkehrsunfall vor, den die Tochter des Seniors verursacht habe. Als scheinbare Kaution übergab der Deutsche an seiner Haustür einen mittleren vierstelligen Bargeldbetrag an einen etwa 18- bis 20-jährigen Abholer, der über die Roseggerstraße verschwand. Die Kriminalpolizei Bayreuth nimmt Zeugenhinweise unter 0921/506-0 entgegen.

Angesichts der auffälligen Häufung russischsprachiger Betrugsopfer in den vergangenen Tagen richtet die Polizei Oberfranken einen Warnhinweis speziell an diese Bevölkerungsgruppe. Einen Flyer mit wichtigen Informationen zum Betrugsphänomen in deutscher und russischer Sprache stellt die Polizei zur Verfügung.

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