Zeit für eine erste Bilanz der Woche: Zwischen dem 13. und 19. Juli 2026 beschäftigten die Sicherheitsbehörden in Baden-Württemberg mehrere schwere Gewaltdelikte, zwei Messerangriffe und ein spektakulärer Grenzfund. Daneben sorgten ein Großeinsatz im Rhein-Neckar-Kreis, ein aufgeklärter Wohnungseinbruch und eine räuberische Erpressung in Karlsruhe für Ermittlungsarbeit.
Der folgenreichste Vorfall an der Landesgrenze ereignete sich am Donnerstag, 16. Juli: Bundespolizisten kontrollierten am Autobahngrenzübergang Neuenburg am Rhein einen 21-jährigen Schweden. Die Überprüfung seiner Personalien enthüllte, dass gegen den Mann ein europäischer Haftbefehl der dänischen Behörden bestand. Ihm wird vorgeworfen, auf eine Person eingestochen und eingeschlagen zu haben – der Vorwurf lautet auf Mord beziehungsweise schwere Körperverletzung. Die Bundespolizei führte ihn unverzüglich einem Haftrichter vor; das Amtsgericht erließ eine Festhalteanordnung. Seitdem sitzt er in einer Justizvollzugsanstalt und wartet auf die Entscheidung über seine Auslieferung nach Dänemark. Mehr dazu
In der Nacht zum Freitag hat die Polizei Stuttgart einen 18-Jährigen festgenommen, der einen 31 Jahre alten Mann in einer Notunterkunft an der Hohenheimer Straße mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben soll. Die Tat ereignete sich gegen 01.15 Uhr. Nach bisherigem Ermittlungsstand gerieten der 18-Jährige und sein 31-jähriger Zimmergenosse in Streit. Im Verlauf der Auseinandersetzung soll der Jüngere dem Älteren mit einem Messer lebensgefährliche Verletzungen beigebracht haben. Eine Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes wurde auf den Streit aufmerksam und rief sofort die Polizei; die Beamten nahmen den 18-Jährigen noch am Tatort fest. Das Opfer wurde zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht. Mehr dazu
Ebenfalls am Donnerstag, 16. Juli, ereignete sich in Deckenpfronn ein schwerer Verkehrsunfall: Ein 60-Jähriger ist am Donnerstag, 16. Juli 2026, bei einem Verkehrsunfall in Deckenpfronn schwer verletzt worden. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn gegen 18 Uhr in ein Krankenhaus. Der Mann war mit seinem Pedelec auf der Gärtringer Straße unterwegs, als ein 61-jähriger Toyota-Yaris-Fahrer mutmaßlich den von hinten kommenden Radler übersah und aus einer Parkbucht ausfuhr. Der Autofahrer blieb unverletzt; der Sachschaden beläuft sich auf rund 4.000 Euro. Die Verkehrspolizei Ludwigsburg ermittelt. Mehr dazu
Am Freitag, 17. Juli, geriet eine 27-jährige BMW-Fahrerin auf der Landesstraße 161 zwischen Hohentengen und Rheinheim ins Schleudern und kam von der Fahrbahn ab. Der Wagen überschlug sich mehrfach und blieb auf der Seite liegen. Die Freiwillige Feuerwehr musste die Fahrerin aus dem Fahrzeugwrack befreien. Sie war schwer verletzt und wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Am BMW entstand wirtschaftlicher Totalschaden; die L 161 war knapp zwei Stunden lang gesperrt. Die Verkehrspolizei Waldshut ermittelt zur Unfallursache. Mehr dazu
In Baden-Baden nahm die Polizei einen 44-jährigen gambischen Staatsbürger fest, der aus einer Gemeinschaftsunterkunft im Rollfeld heraus mit Betäubungsmitteln gehandelt haben soll – darunter auch an Minderjährige. Seit dem Frühjahr 2026 hatten Beamte des Polizeireviers gegen ihn ermittelt. Bei der Durchsuchung am 6. Juli 2026 stellten die Beamten rund 100 Gramm Kokain, über 300 Ecstasy-Tabletten und etwa 90 Gramm Marihuana sicher. Das Amtsgericht erließ Untersuchungshaft. Mehr dazu
In Karlsruhe nahmen Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft am Mittwochabend vier Tatverdächtige fest – zwei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 25 und 55 Jahren. Sie sollen einen 58-jährigen Mann mit massiven Drohungen in Chatnachrichten genötigt haben, um einen hohen fünfstelligen Bargeldbetrag und ein Fahrzeug zu erpressen. Ausgangspunkt sollen angeblich ausstehende Zahlungen aus dem gescheiterten Verkauf eines hochwertigen Autos gewesen sein. Die Tatverdächtigen hatten teilweise aus dem Ausland agiert und reisten für die vermeintliche Geldübergabe nach Deutschland ein – wo zivile Kräfte der Kriminalpolizei sie fassten. Alle vier kamen in Untersuchungshaft. Mehr dazu
In Hohberg klärte die Polizei einen Wohnungseinbruch in der Talstraße schnell auf: Am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr beobachtete der Wohnungsinhaber über seine Überwachungskamera, wie mehrere Personen gewaltsam seine Wohnungstür aufbrachen und Elektrogeräte, Bargeld sowie Modeschmuck im Wert von etwa 800 Euro entwendeten. Das Videomaterial lieferte den entscheidenden Hinweis auf einen Opel mit französischem Kennzeichen. Noch am selben Nachmittag meldete der Wohnungsinhaber, das Fahrzeug in Diersburg gesehen zu haben; daraufhin nahm die Polizei vier Tatverdächtige fest, zwei von ihnen kamen in Untersuchungshaft. Mehr dazu
Am Mittwoch war die Polizei im Raum Wiesloch im Rhein-Neckar-Kreis mit einem Hubschrauber und weiteren Kräften im Einsatz, um eine vermisste Person zu suchen. Für die Bevölkerung bestand nach Angaben des Polizeipräsidiums Mannheim keine Gefahr. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Die Woche verzeichnete gleich drei Messervorfälle. In Stuttgart wurde in der Nacht zum Freitag ein 31-Jähriger in einer Notunterkunft an der Hohenheimer Straße lebensgefährlich verletzt – der festgenommene 18-jährige Zimmergenosse soll das Messer geführt haben (Mehr dazu). In Rust gerieten am Dienstagabend, 14. Juli, gegen 19:30 Uhr ein 29-jähriger Mann und der neue Partner seiner früheren Lebensgefährtin vor einem Restaurant in der Alemannenstraße aneinander. Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung holte der 30-Jährige ein Messer aus seinem Auto und stach damit auf den 29-Jährigen ein. Dieser erlitt eine Stichverletzung und suchte daraufhin ein Krankenhaus auf, wo die Wunde ärztlich versorgt wurde. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Mehr dazu In Tuttlingen lauerte am Samstagvormittag, 11. Juli, gegen 12 Uhr ein 35-Jähriger mit mehreren Begleitern einem 22-Jährigen in der Bahnhofstraße auf Höhe 40/42 auf. Die Gruppe schlug mit einem Stuhl eines benachbarten Imbisses auf ihn ein; im Gerangel zog der 22-Jährige ein mitgeführtes Messer und verletzte damit den 35-Jährigen. Danach flüchtete er in einen Dönerladen am Stadtgarten. Die Polizei sucht Zeugen und Videoaufnahmen. Mehr dazu
Auffällig in dieser Woche ist die Häufung von Messervorfällen: Innerhalb von wenigen Tagen registrierte die Polizei in Baden-Württemberg drei separate Messerangriffe an unterschiedlichen Orten – Stuttgart, Rust und Tuttlingen. Alle drei Fälle betrafen persönliche Konflikte im direkten sozialen Umfeld der Beteiligten, zwei davon spielten sich in oder an Wohnunterkünften beziehungsweise Begegnungsorten ab.
Einen erfolgreichen Abschluss gab es in Baden-Baden: Nach monatelanger Ermittlungsarbeit stellten Polizeibeamte bei der Durchsuchung der Unterkunft eines mutmaßlichen Drogenhändlers rund 100 Gramm Kokain, über 300 Ecstasy-Tabletten und rund 90 Gramm Marihuana sicher. Der 44-Jährige soll die Drogen auch an Minderjährige abgegeben haben – er sitzt nun in Untersuchungshaft. Mehr dazu