Das war die Blaulicht-Woche in Berlin: 17.08.–23.08.2026 (KW 34)

Die Woche vom 17.08. bis 23.08.2026 hielt Berlins Polizei mit einem Tötungsdelikt in Prenzlauer Berg, mehreren Messerangriffen, einem SEK-Einsatz in Mariendorf und einem Brandanschlag auf Wahlplakate in Spandau in Atem. Die Bilanz der Woche umfasst außerdem bewaffnete Raubüberfälle, Schüsse auf ein geparktes Auto und einen Kabeldiebstahl an einer Bahnstrecke.

Das schwerste Ereignis der Woche war der Fund einer Frauenleiche in Prenzlauer Berg. Ein Spaziergänger entdeckte die Tote am Freitag, 21. August, gegen 11:30 Uhr in einem Gebüsch unweit des Zeiss-Großplanetariums an der Prenzlauer Allee. Der Leichnam muss bereits längere Zeit dort gelegen haben. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Frau, Ilse Hartmann, getötet worden ist. Die genaue Todesursache soll eine Obduktion klären, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Die 4. Mordkommission des Landeskriminalamtes hat noch am Freitagnachmittag im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin die Ermittlungen zu dem Tötungsdelikt aufgenommen. Mordkommission und Staatsanwaltschaft bitten die Öffentlichkeit um Mithilfe. Hinweise nimmt die 4. Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin, Keithstraße 30, entgegen. Mehr dazu

In der Nacht zum Dienstag rückte das Spezialeinsatzkommando nach Mariendorf aus. Zeugen hatten gegen 21:10 Uhr schussähnliche Knallgeräusche im Bereich Ullsteinstraße/Mariendorfer Damm gehört und die Polizei alarmiert. Sie berichteten zudem, dass ein Mann einer Person direkt damit gedroht hatte, eine Waffe gegen sie einzusetzen. Polizistinnen und Polizisten beobachteten, wie der Verdächtige mehrfach über die Brüstung seines Balkons mit einer Waffe schoss. SEK-Kräfte drangen schließlich in die Wohnung ein und nahmen den 45-Jährigen fest. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand verletzt. Mehr dazu

In der Nacht zum Montag, kurz vor 3 Uhr sowie gegen 3:20 Uhr, warfen zwei Männer brennbare Gegenstände gegen Wahlplakate am Falkenseer Damm und am Falkenseer Platz in Spandau. Beide Plakate wurden durch die Brände beschädigt, die Feuerwehr löschte die Flammen. Die Polizei nahm die 24 und 26 Jahre alten Tatverdächtigen im Koeltzepark vorläufig fest; nach Aufnahme ihrer Personalien wurden sie entlassen. Das Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt wegen der Vorfälle. Mehr dazu

Bereits zu Wochenbeginn, am Sonntag, 17. August, gegen 18 Uhr, kam es auf der Hobrechtstraße in Neukölln zu einem Messerangriff. Ein 38-Jähriger soll einen 33-jährigen Mann angegriffen und dabei mit einem Messer verletzt haben, wobei ein bereits seit längerer Zeit andauernder Konflikt zwischen den beiden Männern eskalierte. Das Opfer erlitt Stichverletzungen am Bein. Durch laute Hilferufe machte der Verletzte zwei Angestellte des Ordnungsamtes auf die Situation aufmerksam. Der Angreifer ließ daraufhin von seinem Opfer ab und flüchtete, als die Ordnungsamtsmitarbeitenden eingriffen. Das Amtsgericht Tiergarten erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den 38-Jährigen; er wurde festgenommen und am 18. August einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die 3. Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin hat die Ermittlungen zu dem versuchten Tötungsdelikt übernommen. Mehr dazu

In Britz wurde in der Nacht zu einem weiteren Wochentag ein 36-Jähriger Opfer eines Messerangriffs. Gegen 0:30 Uhr war er nach einem Einkauf an einem Kiosk in der Werderstraße von mehreren Personen zunächst geschlagen und zu Boden gebracht worden. Zwei der Angreifer stachen mehrfach mit Messern auf ihn ein und stahlen ihm Bargeld sowie sein Ausweisdokument. Verletzt kehrte der Mann in seine Wohnung zurück, wo er zusammenbrach. Seine beiden Mitbewohner leisteten Erste Hilfe und alarmierten Polizei und Rettungskräfte, die den 36-Jährigen ins Krankenhaus brachten. Mehr dazu

Ebenfalls in dieser Woche wurde ein 18-Jähriger in Pankow Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls. Der junge Mann betrat am Abend die Wohnung eines ihm bekannten 17-Jährigen an der Florastraße, wo zwei weitere unbekannte junge Männer auf ihn warteten. Die drei Tatverdächtigen schlugen ihm ins Gesicht, traten ihn gegen Rücken und Beine und fesselten ihn anschließend. Mit einer Schusswaffe, Pfefferspray und einem Messer bedrohten sie das Opfer und forderten eine mittlere dreistellige Summe Bargeld. Der 18-Jährige händigte das Geld aus. In einem günstigen Moment gelang ihm die Flucht, woraufhin er sofort die Polizei alarmierte. Mehr dazu

In der Nacht zum Sonntag hörten Anwohner der Johannisthaler Chaussee in Rudow gegen 3:10 Uhr mehrere Schussgeräusche. Erst gegen 11:20 Uhr bemerkte eine 39-Jährige ein Einschussloch in ihrem geparkten Auto: Der Wagen war durch Schussabgabe beschädigt worden. Kriminalermittler der Direktion 4 (Süd) haben die Ermittlungen zu den Hintergründen übernommen. Mehr dazu

Am U-Bahnhof Kottbusser Tor in Friedrichshain-Kreuzberg verletzte ein 39-Jähriger einen 37-Jährigen auf dem Bahnsteig der U8 mit einem Cuttermesser am Arm. Dem Angriff ging eine Auseinandersetzung voraus, in der der Verletzte geäußert hatte, pro-israelisch eingestellt zu sein. Polizistinnen und Polizisten nahmen den 39-Jährigen vorläufig fest; nach Feststellung seiner Identität wurde er wieder entlassen. Wegen des politischen Hintergrunds ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts. Mehr dazu

In Berlin-Wedding wurde in der Nacht zum Mittwoch gegen 23:30 Uhr ein Späti in der Amsterdamer Straße angegriffen. Ein vermummter Täter warf einen brennenden Gegenstand in Richtung des Ladens; der Brandsatz prallte an der Markise ab und landete neben einem geparkten Auto, an dem durch die Hitzeentwicklung ein Schaden entstand. Mehrere Zeugen löschten das Feuer selbstständig, der Täter flüchtete. Menschen wurden nicht verletzt. Die Polizei ermittelt und sucht nach den Hintergründen der Brandstiftung. Mehr dazu

In Lichtenberg wurde eine 52-jährige Frau in einer Straßenbahn angegriffen und fremdenfeindlich beleidigt. Nach einer verbalen Auseinandersetzung mit einer 17-Jährigen stieg an der Haltestelle Möllendorffstraße/Frankfurter Allee die Mutter der Jugendlichen hinzu. Die 42-jährige Mutter schubste die 52-Jährige, anschließend beschimpften Mutter und Tochter die Frau fremdenfeindlich, bevor die Mutter sie erneut schubste. Mehr dazu

In Wittenau nahmen Polizistinnen und Polizisten zwei Frauen fest, die sich in die Wohnung einer 84-jährigen Seniorin eingeschlichen haben sollen. Die 19- und 28-jährigen Tatverdächtigen gaben sich gegen 13 Uhr als Pflegedienstmitarbeiterinnen aus und verschafften sich dadurch Zutritt zur Wohnung an der Roedernallee. Eine aufmerksame 30-jährige Zeugin erkannte das Vorgehen und alarmierte sofort die Polizei, die beide Frauen noch vor Ort festnahm. Nach Fingerabdrücken und Fotos wurden sie zunächst ins Polizeigewahrsam gebracht und später entlassen. Mehr dazu

Am Donnerstagmorgen stellte die Bundespolizei drei Männer an der Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Bornholmer Straße und Berlin-Pankow in Pankow. Mitarbeitende der Deutschen Bahn hatten gegen 7:30 Uhr verdächtige Aktivitäten gemeldet. Die drei Männer sollen rund 20 Meter Signalkabel gestohlen haben. Bei der Durchsuchung fanden Beamte bei einem 38-jährigen Deutschen und einem 37-jährigen Russen Schneidwerkzeug sowie jeweils eine Dose mit Substanzen, die auf illegale Drogen hindeuten. Mehr dazu

Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch

Die Woche verzeichnete mehrere Messerangriffe sowie Vorfälle mit Schusswaffen durch Tatverdächtige. In Neukölln erlitt ein 33-Jähriger am 17. August Stichverletzungen am Bein, nachdem ein 38-Jähriger auf der Hobrechtstraße mit einem Messer auf ihn eingestochen hatte; der Angreifer kam nach Haftbefehl in Untersuchungshaft, die 3. Mordkommission ermittelt wegen des versuchten Tötungsdelikts — Mehr dazu. In Britz wurde ein 36-Jähriger nach einem Messerangriff in der Werderstraße mit Messerstichen verletzt ins Krankenhaus gebracht, nachdem ihn mehrere Täter zunächst geschlagen und dann mehrfach mit Messern attackiert hatten — Mehr dazu. Am U-Bahnhof Kottbusser Tor verletzte ein 39-Jähriger einen 37-Jährigen mit einem Cuttermesser am Arm — Mehr dazu. In Pankow bedrohten drei Tatverdächtige einen 18-Jährigen mit einer Schusswaffe, Pfefferspray und einem Messer und raubten ihn aus — Mehr dazu. In Mariendorf schoss ein 45-Jähriger mehrfach vom Balkon seiner Wohnung; niemand wurde dabei verletzt, das SEK nahm den Mann fest — Mehr dazu. In Rudow beschädigte eine Schussabgabe in der Nacht zum Sonntag ein geparktes Auto in der Johannisthaler Chaussee — Mehr dazu.

Auffällig in dieser Woche ist die Häufung politisch motivierter oder politisch einzuordnender Vorfälle: Ein Brandanschlag auf Wahlplakate in Spandau, ein antisemitisch motivierter Messerangriff am Kottbusser Tor und eine fremdenfeindliche Attacke in Lichtenberg beschäftigten jeweils den Polizeilichen Staatsschutz des Landeskriminalamts. Dass gleich drei Fälle innerhalb einer Woche in die Zuständigkeit des Staatsschutzes fallen, ist auch für eine Großstadt wie Berlin bemerkenswert. Passend dazu kündigte die Polizei Berlin für die Folgewoche vom 24. bis 28. August eine berlinweite Aktionswoche zur Durchsetzung des Waffen- und Messerverbots im öffentlichen Personennahverkehr an — gemeinsam mit der Bundespolizei und der BVG. Mehr dazu

Hinweis: Dieser Wochenrückblick wurde automatisiert auf Basis der Polizei-Pressemeldungen aus Berlin erstellt. Für die Beschuldigten, Betroffenen und Tatverdächtigen gilt die rechtsstaatlich garantierte Unschuldsvermutung.

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