Zeit für eine erste Bilanz der Woche: Zwischen dem 31. August und dem 6. September 2026 beschäftigten die Polizei in Nordrhein-Westfalen mehrere Tötungsdelikte, schwere Körperverletzungen und ein mutmaßlicher Anschlag auf kritische Infrastruktur. Drei Menschen kamen in dieser Woche ums Leben – durch Gewalt, Unfall und unter ungeklärten Umständen.
Leverkusen-Schlebusch: Tatverdächtiger nach tödlichem Messerstich stellt sich selbst
Nach dem tödlichen Messerstich in Leverkusen-Schlebusch hat sich der Tatverdächtige am Montagabend, 31. August, selbst gestellt. Der 24-Jährige kam auf die Polizeiwache in Köln-Kalk, begleitet von seinem Anwalt, und wurde daraufhin festgenommen. Das Amtsgericht Köln hatte bereits am 27. August einen Haftbefehl wegen Totschlags gegen den Mann erlassen. Nach den Ermittlungen ist er dringend verdächtig, sein Opfer nach einer zunächst verbalen und dann körperlichen Auseinandersetzung mit einem Messerstich in den Oberkörper getötet zu haben. Hinweise darauf, dass der Mann in Notwehr gehandelt haben könnte, gibt es nach bisherigem Ermittlungsstand nicht. Ein Haftrichter verkündete dem 24-Jährigen den Haftbefehl und ordnete Untersuchungshaft an. Mehr dazu
Goch: Paar nach Messerattacke in Lebensgefahr
In einer Wohnung auf der Mühlenstraße in Goch kam es am 2. September 2026 zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Mann und einer Frau, die beide schwer verletzt wurden. Nach einem Streit attackierte der 26-Jährige seine 25-jährige Lebensgefährtin mit einem Messer und verletzte sich anschließend selbst. Beide erlitten lebensgefährliche Verletzungen und wurden in Krankenhäuser gebracht. Die 25-Jährige schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Der Zustand des 26-Jährigen ist inzwischen stabil, er kann aber noch nicht vernommen werden. Die Staatsanwaltschaft Kleve hat beim Amtsgericht den Erlass eines Haftbefehls wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung beantragt. Mehr dazu
Essen-Altendorf: 46-Jähriger lebensgefährlich verletzt – Mordkommission ermittelt
In einem Mehrfamilienhaus an der Niederfeldstraße in Essen-Altendorf haben zwei Männer am Dienstag, 1. September, zwei Wohnungen aufgebrochen und einen Bewohner angegriffen. Der 46-jährige Essener wurde dabei mit einem Gegenstand lebensgefährlich verletzt und kam mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus. Nach aktuellem Stand besteht für ihn keine Lebensgefahr mehr. Nach der Auseinandersetzung stahlen die beiden Angreifer Bargeld sowie ein Mobiltelefon. Bei Ermittlungen erhielten die Beamtinnen und Beamten Hinweise auf zwei Tatverdächtige und nahmen einen 38-jährigen sowie einen 36-jährigen Essener an ihren Wohnadressen fest. Das Amtsgericht Essen erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaftbefehle wegen versuchten Mordes gegen beide Männer; die Befehle wurden am Mittwoch, 2. September, vollstreckt. Die Staatsanwaltschaft Essen und eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Essen ermitteln zu den Hintergründen und zum genauen Ablauf der Tat. Mehr dazu
A45 bei Lüdenscheid: Person von mehreren Fahrzeugen erfasst und getötet
Bei einem Unfall auf der Autobahn 45 in Höhe Lüdenscheid ist am Wochenanfang eine Person ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei Dortmund erfasste ein 36-jähriger Autofahrer aus Gummersbach die Person, die sich auf dem mittleren Fahrstreifen befand. Im Anschluss wurde sie von einem Lastwagen und mehreren weiteren Fahrzeugen erfasst. Rettungskräfte konnten nur noch ihren Tod feststellen. Die Identität der verstorbenen Person ist bislang ungeklärt. Das Verkehrsunfallaufnahme-Team der Polizei Dortmund sicherte die Spuren am Unfallort. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Person absichtlich auf die Fahrbahn gelangt ist. Die A45 war für die Dauer der Unfallaufnahme bis in die frühen Morgenstunden gesperrt. Mehr dazu
Köln-Ostheim: Motorradfahrer stirbt nach Unfall
Ein 44-jähriger Motorradfahrer ist am Mittwoch, 2. September, bei einem Unfall in Köln-Ostheim ums Leben gekommen. Der Mann verlor gegen 14.15 Uhr in der Nähe der Kreuzung Rösrather Straße und Hardtgenbuscher Kirchweg die Kontrolle über sein Motorrad und prallte gegen eine Laterne. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen und des Einsatzes eines Rettungshubschraubers konnte ihm nicht geholfen werden. Ein zweiter Motorradfahrer, der ihn begleitet hatte, erlitt einen Schock. Das Verkehrskommissariat 2 hat die Ermittlungen übernommen. Mehr dazu
Bergheim: Mutmaßlicher Anschlag auf Umspannwerk
Ein gezielter Anschlag auf ein Umspannwerk in Bergheim führte am Abend des 1. September zu einem Großeinsatz der Polizei. Gegen 20 Uhr wurden Kräfte zu der Anlage gerufen, nachdem mehrere Stromleitungen ausgefallen waren. Nach Erkenntnissen der Ermittler handelte es sich um eine vorsätzliche Tat: Ein leitender Gegenstand war vermutlich an einem Zaun befestigt und gegen eine Stromleitung geschleudert worden. Die darauffolgende Erdung führte zu Lichtblitzen; die Kraftwerke Niederaußem und Neurath wurden automatisch stromlos geschaltet. Nach aktuellem Stand kam es zu keinen nennenswerten Stromausfällen in den benachbarten Dörfern und Städten. Die Polizei sucht nach den Tätern. Mehr dazu
Gelsenkirchen: Mann mit Stichverletzung ins Krankenhaus – Tatverdächtiger festgenommen
In Gelsenkirchen-Bulmke-Hüllen wurden am Dienstagabend, 1. September 2026, mehrere Streifenwagen zu einem Mehrfamilienhaus gerufen. Vor Ort fanden die Polizistinnen und Polizisten einen 55-jährigen Gelsenkirchener mit einer Stichverletzung vor. Weil zunächst Lebensgefahr bestand, wurde er in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht; mittlerweile befindet er sich außer Lebensgefahr. Die Polizei traf noch am Tatort auf den 27-jährigen Tatverdächtigen und nahm ihn vorläufig fest. Das Amtsgericht Essen erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft am Mittwoch, 2. September, einen Haftbefehl gegen ihn. Mehr dazu
Schöppingen: Schwerer Raub aufgeklärt – vier Festnahmen
Nach einem schweren Raub auf ein Ehepaar in Schöppingen haben Ermittler der Kreispolizeibehörde Borken vier Tatverdächtige festgenommen. Die Täter hatten das Ehepaar massiv bedroht und geschlagen, bevor sie Bargeld, Bankkarten, Mobiltelefone und Schmuck stahlen und flohen. Ende Mai wurden zwei Tatverdächtige im Alter von 19 und 20 Jahren festgenommen, Anfang Juni folgte die Festnahme eines 21-Jährigen. Ein vierter Verdächtiger im Alter von 20 Jahren wurde am Donnerstag bei seiner Einreise am Flughafen Dortmund verhaftet. Im Zuge der Ermittlungen konnten den vier Männern zusätzliche Straftaten nachgewiesen werden, darunter Taten im Raum Steinfurt. Mehr dazu
Angriffe auf Polizeibeamte: Widerstand bei Drogenkontrollen
In Euskirchen ereignete sich am Mittwoch, 3. September, gegen 7.45 Uhr auf der Kessenicher Straße ein Verkehrsunfall mit Personenschaden, in den ein 55-jähriger Pedelec-Fahrer ohne festen Wohnsitz verwickelt war. Ein freiwilliger Drogenvortest zeigte ein positives Ergebnis für Kokain. Als die Polizei den Mann zur Blutentnahme auf die Wache bringen wollte, weigerte er sich; die Beamtinnen und Beamten brachten ihn daraufhin zwangsweise dorthin. Auf der Wache wehrte sich der Mann gegen die Polizisten und beschimpfte sowie bedrohte sie. Mehr dazu
Dortmund-Nord: Kellereinbrecher in Untersuchungshaft
Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Burgholzstraße in der Dortmunder Nordstadt hörten am Freitag, 4. September, gegen 1.28 Uhr verdächtige Geräusche aus dem Kellergeschoss. Bei einer Nachschau entdeckten sie einen unbekannten Mann, der vier Kellerverschläge aufgebrochen und Beute zum Abtransport bereitgestellt hatte. Die Zeugen sperrten die Zugänge und hielten den 34-jährigen Bulgaren bis zum Eintreffen der Polizei fest. Bei einer Durchsuchung fanden die Beamten bei ihm einen Schraubendreher und eine Kombizange. Der Mann kam anschließend in Untersuchungshaft. Mehr dazu
Bergheim: E-Scooter-Fahrer unter Drogen- und Alkoholeinfluss gestoppt
Am Donnerstag, 3. September, stoppte die Polizei gegen 8.30 Uhr auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Bergheim einen 30-jährigen E-Scooter-Fahrer. Ein Drogentest reagierte positiv auf Kokain und Opiate. Zudem stellte sich heraus, dass das Gerät kein gültiges Versicherungskennzeichen hatte und im polizeilichen Fahndungssystem als gestohlen eingetragen war. Die Beamtinnen und Beamten ordneten eine ärztliche Blutentnahme im Krankenhaus an und fertigten mehrere Strafanzeigen. Mehr dazu
Viersen-Dülken: Einbrecher in Schrebergärten festgenommen
In Viersen-Dülken bemerkte eine Anwohnerin am Abend Taschenlampenschein in einer Kleingartenanlage und alarmierte die Polizei. Die Beamtinnen und Beamten trafen dort einen 44-jährigen, polizeibekannten Mann ohne festen Wohnsitz an. Bei ihm wurden Werkzeug sowie ein Sack mit mutmaßlicher Tatbeute sichergestellt; außerdem stellte die Polizei ein Fahrrad sicher. Der Mann wurde vorläufig festgenommen. Mehr dazu
Dortmund-Rahm: Gartenlaube niedergebrannt – Brandstiftung nicht ausgeschlossen
In Dortmund-Rahm ist am Dienstagabend gegen 22.40 Uhr im Bereich des Albert-Schweitzer-Wegs eine Gartenlaube hinter einem Mehrfamilienhaus vollständig niedergebrannt. Der Sachschaden liegt im mittleren vierstelligen Bereich. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Im selben Stadtteil waren bereits in der Nacht zum 27. August zwei Autos durch einen Brand beschädigt worden; die Polizei prüft, ob ein Zusammenhang besteht. Zeugenhinweise nimmt die Polizei Dortmund entgegen. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Diese Woche verzeichnete die Polizei in Nordrhein-Westfalen mehrere Messerangriffe. Den schwersten Vorfall meldete Leverkusen-Schlebusch: Nach den Ermittlungen ist der 24-jährige Tatverdächtige dringend verdächtig, sein Opfer nach einer zunächst verbalen und dann körperlichen Auseinandersetzung mit einem Messerstich in den Oberkörper getötet zu haben – Mehr dazu. In Goch attackierte am 2. September ein 26-Jähriger seine 25-jährige Lebensgefährtin mit einem Messer und verletzte sich anschließend selbst; beide erlitten lebensgefährliche Verletzungen – Mehr dazu. In Gelsenkirchen-Bulmke-Hüllen wurde am Abend des 1. September ein 55-Jähriger mit einer Stichverletzung ins Krankenhaus gebracht; ein 27-jähriger Tatverdächtiger wurde noch am Tatort festgenommen – Mehr dazu.
Auffällig in dieser Woche ist die Häufung von Einbruchsdelikten, bei denen die Täter unmittelbar am oder kurz nach dem Tatort gestellt werden konnten: In Dortmund-Nord hielten Anwohner den Einbrecher selbst bis zum Eintreffen der Polizei fest, in Viersen-Dülken alarmierte eine aufmerksame Nachbarin rechtzeitig die Beamtinnen und Beamten. Daneben fällt auf, dass gleich zwei Fälle von Fahrzeugführern unter Drogeneinfluss – in Euskirchen und Bergheim – innerhalb derselben Woche zur Anzeige kamen, wobei in beiden Fällen Kokain nachgewiesen wurde.
Erfreulich aus Sicht der Ermittler: Der schwere Raub in Schöppingen, bei dem ein Ehepaar massiv bedroht und ausgeraubt worden war, gilt mit der Festnahme des vierten Tatverdächtigen am Flughafen Dortmund nun als vollständig aufgeklärt. Auch die Düsseldorfer Polizei konnte in Oberbilk am Montag, 31. August, zwei mutmaßliche Drogendealer festnehmen, nachdem Anwohner den offenen Straßenhandel gemeldet hatten und ein Diensthund Cannabis auffand. Mehr dazu