Der Dax ist am Montag über die psychologisch wichtige 26.000-Punkte-Marke gestiegen. Gegen 12:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit rund 26.015 Punkten berechnet und lag damit 1,5 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag. Nach einem bereits starken Start in den Handelstag korrigierte der Index seinen Höchststand vom Morgen weiter nach oben.
Der Auftrieb kommt von sinkenden Ölpreisen. Wie Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, erklärt: „Ein perspektivisch sinkender Ölpreis begünstigt die zyklische und energieabhängige Industrie im Dax.“ Der Preis für ein Fass der Nordsee-Sorte Brent fiel am Montagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit auf 83,72 US-Dollar – ein Rückgang von 421 Cent oder 4,8 Prozent gegenüber dem Schluss des vorherigen Handelstags.
Allerdings warnt der Marktexperte vor zu großem Optimismus: „Die geopolitische Situation wird weiterhin fragil bleiben. Viele wichtige Fragen im Irankonflikt sind ungeklärt. Die Anleger sind zwar zuversichtlich, aber von Euphorie ist keine Spur.“ Stanzl bewertet diese moderate Haltung als gesunde Entwicklung und sieht darin „eine willkommene Abwechslung vom stimmungsgetriebenen Handel bei Chip- und KI-Aktien.“
Die Hoffnungen der Investoren richten sich auf die kommende Berichtssaison. „Anleger hoffen, dass die Unternehmen die Art von Widerstandskraft gegenüber geopolitischen Risiken und hohen Energiepreisen demonstrieren können, die sie bereits vor gut drei Monaten gezeigt haben,“ sagt Stanzl. „Wenn sie schon nicht ihre Ausblicke erhöhen, so hoffen Anleger zumindest darauf, dass die Unternehmen zeigen, dass sie ihre Kosten so weit unter Kontrolle haben, dass sie sich mit der unsicheren geopolitischen Lage eingerichtet haben. Was die Anleger sehen wollen, ist, dass die Unternehmen bereit sind für neues Wachstum, sobald die Risiken an der Straße von Hormus und im Irankonflikt vorüber sind.“
Technisch gibt der Dax einem soliden Bild ab. Der Leitindex erreichte im Juli seinen historisch höchsten Monatsschlusskurs. „Wir sehen einen stabilen Anstieg im Dax – quasi in Schleichfahrt. Die Hoffnung wächst, dass der Index seine einjährige Seitwärtsspanne nun final nach oben auflösen kann“, sagt Stanzl.
Auch andere Märkte zeigten Bewegungen: Die europäische Gemeinschaftswährung Euro gab am Montagnachmittag nach und kostete 1,1523 US-Dollar. Der Goldpreis hingegen profitierte von der Unsicherheit und legte um 0,3 Prozent zu – eine Feinunze wurde für 4.053 US-Dollar gehandelt, was einem Preis von 113,10 Euro pro Gramm entspricht.
Autor: dts Nachrichtenagentur