Die Deutsche Bahn sieht sich mit einer dramatisch gestiegenen Welle von Sabotagen und Kriminalität an ihren Infrastrukturen konfrontiert. Wie aus einem internen Lagebild des Konzerns hervorgeht, registrierte das Unternehmen von Januar bis Juni 2026 bundesweit insgesamt 2.200 Fälle von Sabotage, Brandstiftung, gefährlichen Eingriffen in den Bahnverkehr und Metalldiebstahl. Die „Bild-Zeitung“ berichtet über diese Zahlen.
Damit zeigt sich ein besorgniserregender Aufwärtstrend: Die Kriminalität an der Schieneninfrastruktur stieg um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Auswirkungen auf den Bahnbetrieb sind erheblich – in den ersten sechs Monaten dieses Jahres führten diese Vorfälle zu insgesamt mehr als 220.000 Verspätungsminuten.
Nicht nur der Personenverkehr ist betroffen. Zunehmend geraten auch Hauptrouten für den schweren Güterverkehr ins Visier der Saboteure. Blockaden auf diesen Strecken gefährden die Versorgung von Fabriken und können spürbare Auswirkungen auf die Industrieproduktion haben. Die Deutsche Bahn verweigerte gegenüber der Zeitung eine offizielle Stellungnahme zu den internen Zahlen und den laufenden Ermittlungen der Sicherheitsbehörden.
Ein aktueller Fall zeigt das Ausmaß der Probleme: In der Nacht zu Dienstag beschädigte ein Brand an einem Verteilerkasten im niedersächsischen Neu Wulmstorf die Signalanlagen der Strecke Hamburg-Cuxhaven schwer. Nach internen Bahn-Daten fielen infolgedessen mehr als 200 Zugfahrten aus, tausende Pendler mussten auf Schienenersatzverkehr ausweichen. Zudem wurden 19 Güterzüge auf freier Strecke gestoppt. Die Ermittlungsbehörden gehen von Brandstiftung aus.
Autor: dts Nachrichtenagentur