Die deutschen Exporte sind im Juni 2026 kräftig gewachsen. Gegenüber dem Vormonat Mai legten sie kalender- und saisonbereinigt um 0,9 Prozent zu, während die Importe um 4,4 Prozent anstiegen. Im Jahresvergleich fällt das Wachstum noch deutlicher aus: Im Juni 2026 exportierte Deutschland 6,6 Prozent mehr Waren als im Juni 2025, die Importe stiegen sogar um 8,4 Prozent.
Ein neuer Rekord wurde bei den Exportzahlen erreicht: Mit 139,3 Milliarden Euro wurden kalender- und saisonbereinigt noch nie in einem Monat so viele deutsche Waren ins Ausland verkauft. Der bisherige Höchstwert stammte aus dem September 2022 mit 139,1 Milliarden Euro. Bei den Importen lag der Juni-Wert von 123,9 Milliarden Euro deutlich unter dem November-Peak von 2022, als 126,5 Milliarden Euro eingeführt wurden.
Die deutsche Außenhandelsbilanz schloss im Juni mit einem Überschuss von 15,4 Milliarden Euro ab. Im Mai 2026 hatte dieser noch bei 19,3 Milliarden Euro gelegen, im Vergleichsmonat Juni 2025 bei 16,4 Milliarden Euro.
Im ersten Halbjahr 2026 zeigt sich ein robustes Bild: Deutschland exportierte 3,7 Prozent mehr Waren als im ersten Halbjahr 2025, die Importe stiegen um 4,4 Prozent. Der Exportüberschuss für die ersten sechs Monate 2026 betrug 105,0 Milliarden Euro (Exporte: 816,6 Milliarden Euro; Importe: 711,6 Milliarden Euro). Im Vorjahreszeitraum lag dieser noch um 0,9 Milliarden Euro höher bei 105,9 Milliarden Euro.
Die Europäische Union bleibt Deutschlands wichtigster Handelspartner. In die EU-Staaten gingen im Juni Waren im Wert von 79,3 Milliarden Euro, von dort kamen Waren im Wert von 63,6 Milliarden Euro. Gegenüber Mai stiegen die Exporte in die EU um 1,3 Prozent, die Importe aus der EU um 7,4 Prozent. In die 20 Länder der Eurozone wurden Waren für 55,3 Milliarden Euro verkauft (+1,2 Prozent), importiert wurden 42,8 Milliarden Euro (+7,5 Prozent). In die sieben anderen EU-Länder gingen Exporte im Wert von 24,1 Milliarden Euro (+1,8 Prozent), Importe kamen im Wert von 20,8 Milliarden Euro an (+7,3 Prozent).
Außerhalb der EU spielen die Handelsvolumina eine kleinere Rolle. In Drittstaaten wurden Waren für 60,0 Milliarden Euro exportiert und 60,3 Milliarden Euro importiert. Der Zuwachs fiel hier moderat aus: Exporte legten gegenüber Mai um 0,3 Prozent zu, Importe um 1,4 Prozent.
Bei den einzelnen Ländern zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Vereinigten Staaten bleiben Deutschlands größter Exportmarkt. Dorthin gingen Waren im Wert von 12,1 Milliarden Euro, allerdings 14,2 Prozent weniger als im Mai 2026. Im Jahresvergleich sanken die USA-Exporte sogar um 1,2 Prozent. Das Vereinigte Königreich erlebte einen Aufschwung: Die Exporte dorthin stiegen um 7,7 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. China-Exporte blieben mit 6,2 Milliarden Euro nahezu stabil, ein minimales Minus von 0,3 Prozent zum Vormonat.
Bei den Importen dominiert China: 16,5 Milliarden Euro Warenwert kamen aus der Volksrepublik (+9,1 Prozent gegenüber Mai). Aus den USA wurden 8,7 Milliarden Euro importiert, ein Rückgang um 9,6 Prozent. Aus dem Vereinigten Königreich gingen die Importe um 16,7 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurück.
Die unbereinigten Nominal-Zahlen, die jahreszeitliche Schwankungen und Kalendereffekte nicht ausgleichen, fallen noch höher aus. Im Juni wurden 147,0 Milliarden Euro exportiert (+13,9 Prozent zum Vorjahr) und 128,2 Milliarden Euro importiert (+14,0 Prozent). Die unbereinigte Außenhandelsbilanz schloss mit einem Plus von 18,8 Milliarden Euro ab, im Juni 2025 waren es 16,5 Milliarden Euro.
Diese Daten veröffentlichte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag auf Basis vorläufiger Ergebnisse.
Autor: dts Nachrichtenagentur