Mehrere große deutsche Industrieverbände wollen sich zusammentun, um künftig gemeinsam Rohstoffe auf dem Weltmarkt einzukaufen – mit Unterstützung der Bundesregierung. Das berichtet der Newsletter „Industrie und Handel“ von Politico.
Die Verbände arbeiten derzeit an einem Konzept für die koordinierte Beschaffung wichtiger Rohstoffe. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Pläne aktiv: Staatssekretär Frank Wetzel hat für den 8. Juli zu einem Treffen geladen.
An der Initiative sind die großen Branchenverbände beteiligt: der Verband der Automobilindustrie (VDA), der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) sowie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).
Im Gespräch ist die Gründung eines gemeinsamen Handelshauses. Dieses würde die Rohstoffbedarfe aller beteiligten Unternehmen bündeln und sie als großer Einkäufer auf dem Weltmarkt positionieren. Von der Bundesregierung erhofft sich die Industrie vor allem finanzielle Unterstützung. Der VDA nennt dabei ein konkretes Vorbild: ein „Konzept auf Basis des japanischen Absicherungsmodells“. Die japanische Rohstoffagentur JOGMEC unterscheidet sich von der deutschen Rohstoffagentur DERA entscheidend – sie investiert nicht nur geologisches Wissen, sondern stellt auch Risikokapital zur Verfügung und finanziert weltweit Rohstoffprojekte.
Der Hintergrund dieser Pläne ist die starke Abhängigkeit der deutschen Industrie von Seltenen Erden und anderen kritischen Rohstoffen aus China. Besonders kleineren Unternehmen fehlen oft das notwendige Kapital und die Marktmacht, um eigenständig alternative Lieferketten aufzubauen.
Autor: dts Nachrichtenagentur