Deutsche Unternehmen planen wieder mehr Investitionen – Ifo-Index steigt auf +0,2 Punkte

via dts Nachrichtenagentur

Deutsche Unternehmen zeigen sich bei ihren Investitionsplänen für 2024 deutlich optimistischer als noch zum Jahresende. Die vom Münchener Ifo-Institut gemessenen Investitionserwartungen kletterten im März auf +0,2 Punkte, nachdem sie im Dezember 2025 noch bei -3,1 Punkten gelegen hatten.

„Die verbesserte Auftragslage in der Industrie hat die Stimmung etwas aufgehellt“, erklärte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser die Entwicklung. Allerdings dämpfen weiterhin externe Faktoren die Konjunktur: „Infolge des Iran-Krieges sind die Energiekosten allerdings stark gestiegen und auch die Unsicherheit bei den Firmen nahm zu.“ Diese Belastungen stünden einer kräftigeren Erholung der Wirtschaft entgegen.

Besonders deutlich fiel die Verbesserung in der Industrie aus, wo die Investitionsbereitschaft am stärksten zulegte. Die Erwartungen stiegen hier von -6,9 Punkten im Dezember auf +0,1 Punkte im März. Dabei entwickelten sich die nicht-energieintensiven Branchen besonders positiv: Der Saldo verbesserte sich von -6,4 auf +2,0 Punkte, da deutlich mehr Unternehmen planen, ihre Investitionen im laufenden Jahr auszuweiten.

Herausragend war die Entwicklung im Maschinenbau, wo die Investitionserwartungen von -8,6 auf +2,1 Punkte sprangen. Noch stärker fiel der Zuwachs im Fahrzeugbau aus: Hier kletterte der Saldo von +2,9 auf +14,8 Punkte.

Anders entwickelten sich die energieintensiven Branchen, wo die Investitionsbereitschaft weiterhin gedämpft bleibt. Mit -9,0 Punkten im März lag der Saldo nahezu unverändert auf dem Dezember-Niveau von -8,9 Punkten. In der Chemiebranche verschlechterten sich die Investitionserwartungen sogar weiter von -15,8 auf -16,2 Punkte.

Positive Signale kommen aus dem Bereich Forschung und Entwicklung: Die geplanten Ausgaben der Industrie befinden sich im Aufwind. Sowohl Fahrzeugbau als auch Maschinenbau rechnen wieder mit mehr Investitionen, nachdem im Dezember noch Kürzungen geplant waren. Insgesamt drehte der entsprechende Saldo im Verarbeitenden Gewerbe von -4,1 auf +1,2 Punkte.

„Auch wollen die Unternehmen branchenübergreifend mehr in Software investieren. Eine Rolle dürfte dabei die zunehmende Nutzung Künstlicher Intelligenz spielen“, sagte Ifo-Konjunkturexpertin Lara Zarges.

Im Handel zeigen sich die Unternehmen weiterhin am pessimistischsten. Der Saldo der Investitionserwartungen verharrte im März mit -9,6 Punkten nahezu unverändert auf dem Dezember-Niveau. Die Dienstleister bestätigten dagegen ihren bereits im Dezember leicht positiven Ausblick und verbesserten ihre Investitionserwartungen von +1,1 auf +2,8 Punkte.