Deutschland schickt medizinisches Notfallteam nach Venezuela

via dts Nachrichtenagentur

Nach den verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela verstärkt Deutschland seine Hilfsmaßnahmen. Die Luftwaffe wird in Kürze ein medizinisches Notfallteam der Johanniter-Unfall-Hilfe in das südamerikanische Land transportieren. Das Team soll in den besonders stark betroffenen Regionen eine medizinische Basisversorgung übernehmen, da die örtlichen Gesundheitseinrichtungen völlig überlastet sind. Das Auswärtige Amt finanziert den Einsatz über seine internationale Katastrophenhilfe.

Die ersten deutschen Helfer waren bereits am Donnerstagabend aufgebrochen. Derzeit arbeiten zwei deutsche Such- und Rettungsteams des Technischen Hilfswerks (THW) sowie der Organisation „At Fire“ in den betroffenen Gebieten. Mit speziell ausgebildeten Suchhunden und technischer Ausrüstung wie Akustikmikrofonen, Kameras und sogenannten Searchcams durchsuchen sie die Trümmerlandschaften nach Überlebenden. Wie viele Menschen bislang gerettet werden konnten, konnte das Auswärtige Amt noch nicht beziffern.

Das Verteidigungsministerium berichtet von fünf durchgeführten Hilfsflügen seit Freitag. Ein Airbus transportierte tschechisches Rettungspersonal und Hilfsgüter zunächst nach Curacao und dann weiter nach Caracas. Auf Aruba wurde eine temporäre Luftwaffenbasis eingerichtet, von der aus weitere Versorgungsflüge geplant sind.

Die Bundesregierung äußert sich zurückhaltend zu möglichen Schwierigkeiten bei den Einsätzen. Man arbeite mit „Hindernissen“, die angesichts des Ausmaßes der Naturkatastrophe jedoch erwartbar seien. Venezuela war von zwei Erdbeben mit einer Stärke von jeweils über 7 erschüttert worden. Gemeinsam mit internationalen Partnern bemühe man sich, bestehende Probleme schnell zu überwinden.

Venezuela hat das EU-Katastrophenschutzverfahren aktiviert und nimmt die angebotene internationale Hilfe an. Die humanitäre Unterstützung erfolgt staatsfern.

Bislang liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse zu möglichen deutschen Opfern vor. In der Krisenvorsorgeliste „Elefand“ des Auswärtigen Amts sind aktuell eine niedrige dreistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger in Venezuela registriert. Das Auswärtige Amt ruft Deutsche vor Ort erneut dazu auf, sich in die Liste einzutragen, um im Notfall schnell kontaktiert werden zu können.

Die venezolanischen Behörden bestätigen bislang 1.450 Tote und 3.150 Verletzte. Etwa 50.000 Menschen werden noch vermisst.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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